1. Mai in Zürich: «Komitee trägt Verantwortung»
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1. Mai in Zürich«Komitee trägt Verantwortung»

Das Zürcher 1.-Mai-Komitee muss gerade stehen, falls Festbesucher von den erwarteten Ausschreitungen betroffen werden. Dies lässt das Polizeidepartament verlauten.

1. Mai-Krawalle in Zürich 2008.

1. Mai-Krawalle in Zürich 2008.

Gespräche zwischen Vertretern der Stadt und des Komitees hätten in der Frage des Festbeginns keine Einigung gebracht, heisst es in der Mitteilung. Das Komitee besteht darauf, das Fest gleich nach der 1.-Mai-Schlusskundgebung um 14 Uhr zu beginnen. Die Stadt verweigert die Bewilligung vor 20 Uhr.

Man wisse seit Jahren, dass am 1.-Mai-Nachmittag regelmässig rund um das Festgelände herum gewalttätige Ausschreitungen erfolgen, sagte Stadtrat Andres Türler (FDP) gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Tränengasschwaden oder von Gewalttätern geschmissene Steine können die Festbesucher im Zeughausareal behelligen oder verletzen.

Der Vorsteher der Industriellen Betriebe ist dieses Jahr für die Polizeieinsätze zuständig, nachdem die bisherige Polizeivorstehrerin Esther Maurer (SP) abgetreten ist und der neu gewählte Daniel Leupi (Grüne) sein Amt noch nicht angetreten hat.

Die Randalierer flüchten jeweils auch gerne aufs Festgelände, in der Erwartung, dass die Polizei sich dort mit Einsätzen zurückhält. Die Bewilligung ab 20 Uhr sei deshalb aus Sicherheitsgründen nötig, sagte Türler: Nur eine zeitliche und örtliche Trennung erlaube es, zuerst «die Lage zu bereinigen».

Komitee wird verzeigt

Bei einem frühen Festbeginn werde das Komitee mit Sicherheit verzeigt, sagte Türler. Inwieweit es für Schäden oder gar im Falle von Verletzten hafte, müsse von Fall zu Fall abgeklärt werden. An die Leute, die das Fest besuchen wollten - namentlich Eltern mit Kindern - appellierte Türler, sich die Teilnahme an einem unbewilligten Fest gut zu überlegen.

Auch wenn man sich in der Frage des Festbeginns nicht gefunden habe, seien beide Seiten einig darüber, dass sie einen ruhigen und würdigen 1. Mai wünschen, heisst es in der Mitteilung.

Einigkeit herrsche zudem darin, dass alle Gesprächsteilnehmenden sich ihrer Verantwortung bewusst seien und «alles daran setzen werden, die Sicherheit der Festbesuchenden trotz nicht optimalen Voraussetzungen zu gewährleisten».

Der Stadtrat werde «weder Nachdemos noch Ausschreitungen tolerieren». Der Schutz vor Sachbeschädigungen habe hohe Priorität. Die Stadtpolizei habe den Auftrag, Ausschreitungen im Rahmen der Verhältnismässigkeit» zu verhindern beziehungsweise «wirkungsvoll und rasch zu stoppen».

Notiz an die Redaktion: Ergänzt mit Aussagen von Stadtrat Türler

(sda)

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