Tödliches Unterfangen: Komm bloss nicht auf die Idee, in Alkohol zu baden!
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Tödliches UnterfangenKomm bloss nicht auf die Idee, in Alkohol zu baden!

In der Covid-19-Pandemie hatte Donald Trump verschiedene Ideen, wie man sich vor Sars-CoV-2 schützen könnte. Das Problem: Sie waren lebensgefährlich. Genauso wie die Einfälle, die einige Menschen während früherer Seuchen hatten.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Donald Trump irritierte zu Amtszeiten mit kruden Aussagen – etwa der Überlegung, ob man Sars-CoV-2 nicht mit dem Injizieren von Desinfektionsmittel bekämpfen könnte.  

Donald Trump irritierte zu Amtszeiten mit kruden Aussagen – etwa der Überlegung, ob man Sars-CoV-2 nicht mit dem Injizieren von Desinfektionsmittel bekämpfen könnte.

REUTERS
Auf ähnlich schlechte Ideen kamen auch Menschen während früherer Pandemien: etwa während der Sars-Pandemie 2002/2003.  

Auf ähnlich schlechte Ideen kamen auch Menschen während früherer Pandemien: etwa während der Sars-Pandemie 2002/2003.

Wikimedia Commons/CC BY-SA 3.0
Damals starb eine 45-Jährige bei dem Versuch, ihren Körper mit 40,5-prozentigem Ethanol zu desinfizieren. Dafür hatte die Frau aus Taiwan in dem Alkohol gebadet.

Damals starb eine 45-Jährige bei dem Versuch, ihren Körper mit 40,5-prozentigem Ethanol zu desinfizieren. Dafür hatte die Frau aus Taiwan in dem Alkohol gebadet.

Pixabay/PD

Darum gehts

  • Besondere Situationen erfordern besondere Massnahmen. So heisst es.

  • Doch wenn es um die Bekämpfung von Viren geht, sollte man besser klassische Mittel wählen.

  • Das zeigt der Fall einer Frau aus Taiwan, die während der Sars-Pandemie 2002/2003 beim Versuch starb, ihren Körper mit 40,5-prozentigem Ethanol zu desinfizieren.

Als Donald Trump, damals noch Präsident der USA, laut darüber nachdachte, ob man Menschen zum Schutz vor Corona nicht einfach Desinfektionsmittel spritzen oder UV-Licht in ihre Körper leiten könnte, stockte vielen Experten der Atem. Sie wussten, das kann ins Auge gehen. Auch die Hersteller von «Sanitizern» warnten.

Und tatsächlich: Die eigenwilligen Ideen des Staatschefs brachten mindestens 30 Personen dazu, es einmal auszuprobieren.

Tot in der Badewanne

Dass solche Selbsttherapierungen schnell auch tödlich enden können, zeigt ein Fall aus der Vergangenheit. So starb während der Sars-Pandemie 2002/2003 eine 45-Jährige bei dem Versuch, ihren Körper mit 40,5-prozentigem Ethanol zu desinfizieren, so Iflscience.com. Dafür hatte die Frau aus Taiwan in dem Alkohol gebadet.

«Sie hatte sich ab etwa 23 Uhr in die Flüssigkeit gelegt, in dem Glauben, dass dies Sars verhindern könnte, und wurde am nächsten Tag gegen 11 Uhr von ihrer Familie tot aufgefunden», heisst es in dem im Fachjournal «Forensic Science International» veröffentlichten Fallbericht. Die Todesursache lautete: Alkoholvergiftung. Als sie gefunden wurde, wies die Frau eine Blutalkoholkonzentration von 1,35 Prozent auf. Dabei können bereits 0,4 Prozent tödlich sein.

Kombination mehrerer Faktoren

Für einen Wert von 1,35 Prozent muss die Frau nach Berechnungen der Studienautoren 1,5 Liter des Alkohols aufgenommen haben. Doch wie? Schliesslich befand sich der Kopf der Verunglückten als sie gefunden wurde oberhalb der Wasseroberfläche. Damit sei es höchst unwahrscheinlich, dass die 45-Jährige grosse Mengen an Alkohol verschluckt hat. Sie zeigte auch keine Anzeichen eines Traumas, der Einnahme von Drogen oder des Ertrinkens.

Daher folgerten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass die Frau den Alkohol eingeatmet oder über die Haut aufgenommen haben muss. «Ethanol kann über die Haut aufgenommen werden, allerdings ist eine Vergiftung durch Hautabsorption selten, besonders bei Erwachsenen», schreiben sie. Es sei aber vorstellbar, dass «sie etwas Alkohol eingeatmet hat, was die Vergiftung beschleunigte. Zudem dürfte es ihr ab einem bestimmten Blutalkoholwert schwer gefallen sein, aus der Badewanne herauszuklettern. Die Autoren empfehlen, vor derartigen Massnahmen immer einen Arzt zu konsultieren.

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