Cannes Filmfestival 2010: Kommen die A-Promis?
Aktualisiert

Cannes Filmfestival 2010Kommen die A-Promis?

Die Finanzmarktkrise macht auch vor dem Filmfestival in Cannes nicht halt: Mehrere Filme widmen sich dem Thema Wirtschaft und Wall Street, derweil viele A-Klasse-Promis von einem Besuch absehen.

von
David Germain

Mit Blick auf die harte Konkurrenz an den Kinokassen hofft «Robin-Hood»-Regisseur Ridley Scott auf einen kostenlosen Werbeeffekt für den Kinostart seines Historienepos', welches am 13. Mai 2010 fast zeitgleich mit der Premiere in mehreren Staaten bei der Eröffnung des Filmfestivals gezeigt wird.

Dass die Stars von «Robin Hood» in Cannes auf dem roten Teppich zu sehen sind, während der Film in den kommenden Tagen unter anderem in Frankreich und den USA anläuft, sei «eine Ehre, aber auch echt nützlich», sagt Scott. «Heutzutage ist alles Marketing.» Mit den Hauptdarstellern Russell Crowe und Cate Blanchett in der aktuellen Medienberichterstattung über Cannes könnte das Timing für «Robin Hood» nicht besser laufen, der an den Kassen gegen den Blockbuster «Iron Man 2» antritt.

Passend zum Thema Auswüchse an den Finanzmärkten kommt Hollywoodstar Michael Douglas als Finanzjongleur Gordon Gekko in der Fortsetzung von «Wall Street» auf die Leinwand zurück. Gekko versucht wieder im Geschäft Fuss zu fassen - mitten im Finanzchaos des Jahres 2008. Der Film sei nicht einfach eine Fortsetzung von «Wall Street», erklärt Regisseur Oliver Stone. «Die Dinge haben sich geändert, und aus Millionen von Dollar sind jetzt Milliarden geworden.»

19 Filme im Rennen um die Goldene Palme

Den Gegenpol zu den Wall-Street-Raffkes bildet die von Hollywoodstar Matt Damon erzählte Dokumentation «Inside Job» von Regisseur Charles Ferguson, die sich den Ursachen der Wirtschaftskrise widmet und die langen Entwicklungen vor dem Crash aufzeichnet. In Jean-Stephane Brons «Cleveland vs. Wall Street» geht es schliesslich um eine Klage gegen Kreditbanker, die von der Stadt für die verheerenden Kündigungen von Hypotheken verantwortlich gemacht werden.

Die meisten Filme mit grossen Namen laufen in Cannes ausserhalb des Wettbewerbs, darunter auch Woody Allens Romanze «You Will Meet a Tall Dark Stranger», und insgesamt bewerben sich nur 19 Filme um die Goldene Palme. Mit weniger Filmen sind auch weniger Stars in Frankreich vertreten: Die «Robin Hood»-Stars Crowe und Blanchett gehören zu den wenigen A-Klasse-Prominenten, mit denen sich Cannes in den kommenden zwölf Tagen schmücken kann. Ausserdem seien im vergangenen Jahr mehr wichtige Regisseure da gewesen, sagt Festival-Direktor Thierry Fremaux. Die meisten seien diesmal mit Arbeit beschäftigt.

Das Filmfestival von Cannes läuft bis zum 23. Mai.

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