Entscheid über Berufung: Kommen Pussy Riot auf Bewährung frei?

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Entscheid über BerufungKommen Pussy Riot auf Bewährung frei?

Heute muss das Gericht in Moskau entscheiden, ob die Verurteilung von drei Mitgliedern der kreml-kritischen Band Pussy Riot zu zwei Jahren Haft rechtmässig ist. Die Polizei markiert Präsenz.

In Moskau geht das juristische Ringen um das Schicksal der drei inhaftierten Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot in eine neue Runde. Der Berufungsprozess gegen die zweijährige Haftstrafe wird fortgesetzt. Im Laufe des Tages soll eine Entscheidung fallen.

Zu Beginn der Verhandlung forderte die Verteidigung der inhaftierten Frauen am Mittwoch ein unabhängiges Gutachten über das Protestgebet der Gruppe gegen Kremlchef Wladimir Putin. Der Auftritt der Band im Februar in einer Moskauer Kirche müsse von einem unabhängigen Sprachforscher untersucht werden, sagte Anwältin Violetta Wolkowa nach Angaben der Agentur Interfax. Ein unabhängiges Gutachten werde zeigen, dass es in dem Punkgebet nicht um religiösen Hass gehe, sagte Wolkowa. Zudem habe das Gericht in erster Instanz ignoriert, dass es sich um einen politischen und nicht um einen religiösen Protest gehandelt habe, sagte sie.

Die Polizei hat derweil ihre Präsenz rund um das Gerichtsgebäude deutlich verstärkt. Streifenwagen kontrollierten die Umgebung. Anhänger und Gegner der inhaftierten Frauen hatten im Vorfeld Proteste angekündigt. Prompt versammelten sich vor dem Gerichtsgebäude auch Demonstranten, die auf einem grossen Transparent den Rücktritt des Präsidenten forderten. Mindestens zwei Menschen seien festgenommen worden, hiess es.

Urteil gegen Pussy Riot ausgesprochen

Ministerpräsident Dmitri Medwedew hatte mit einer Forderung nach Milde Mitte September die Hoffnung genährt, dass Nadeschda Tolokonnikowa, Jekatarina Samuzewitsch und Maria Alechina auf Bewährung freikommen könnten. Die drei Frauen weiter in Gefangenschaft zu halten sei «unproduktiv», sagte Medwedew.

Pussy Riot schuldig: Zwei Jahre Straflager

Voraussetzung: Reue zeigen!

Die Frauen waren wegen einer Protestaktion in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau im August verurteilt worden. Der Fall hat international Empörung ausgelöst. Auch die Russisch-Orthodoxe Kirche hatte sich für eine Begnadigung der Musikerinnen eingesetzt.

Voraussetzung sei, dass die Frauen Reue für ihr «Punk-Gebet» gegen Präsident Wladimir Putin in der Kathedrale zeigten, teilte die Kirche mit. Die bereits für vergangene Woche angekündigte Gerichtsentscheidung war vertagt worden. (sda/dapd)

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