Rotstift: Kommt bald das Aus für MusicStar & Co?
Aktualisiert

RotstiftKommt bald das Aus für MusicStar & Co?

Trotz hoher Einschaltquoten stehen Game- und Casting-Shows ganz oben auf der Abschussliste für Fernsehsendungen. Das zeigt ein Online-Rating zu möglichen Sparpotenzialen bei der SRG.

von
Olaf Kunz

Klar, in Zeiten der Finanzkrise versucht jedes Unternehmen zu sparen. Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsunternehmen ist die Schweizer Radio- Fernsehgesellschaft (SRG) gut dran. Die Billag sorgt dafür, dass der Rubel rollt. Dennoch will SRG sogar ganze Programme streichen. «Wir müssen in diese Richtung überlegen. Der Spardruck ist enorm, es gilt, einen namhaften zweistelligen Betrag einzusparen», bestätigt Daniel Steiner, Mediensprecher von SRG. 20-Minuten-Online-Leser haben indes ganz andere Vorschläge.

Sendungen statt Programme

Statt an der Sendervielfalt zu rütteln, könnte die Fernsehanstalt durchaus einzelne - mitunter aufwendige und kostspielige - Produktionen aus dem Programm streichen. Das zumindest ist das Ergebnis eines Online-Ratings.

Insgesamt 20 Sendungen fanden sich auf der virtuellen Abschussliste im Online-Rating. Darunter so kuriose Sendungen wie «Donschtig-Jass», «Sternstunde», «Einstein» oder «5 gegen 5». Schon nach kurzer Zeit haben sich bereits erste Favoriten für die rote Liste der bedrohten Sendungen abgezeichnet. Überraschend dabei: Auf den ersten drei Rängen liegen populäre Casting- und Game-Shows.

Hat es sich bald ausgeträllert?

Hätten die Leser und User die Programm-Hoheit bei SRG, so stünde auf Platz drei der «Heute die letzte Folge von...»-Sendungen die Promi-Show «Glanz und Gloria». Die zweitmeisten Streichpunkte erreichte «Deal or No Deal». Wenn es aber darum geht, Programme zugunsten einzelner Formate am Leben zu erhalten, so spielt die Casting-Show «MusicStar» unangefochten die erste Geige im grossen Streichkonzert. Dass letztere so stark polarisiert, verwundert David Affentranger Mediensprecher beim SF, in Anbetracht des Ausstiegs von Gölä nicht weiter. Er gibt auch zu, dass die Einschaltquoten bei der Sendung schon besser waren. «Dennoch sind wir zufrieden mit MusicStar. Einsparung hier steht bei uns nicht zur Diskussion.»

Ob Überlegungen von SRG dennoch in diese Richtung gehen, ist noch offen. Das Medienunternehmen sieht in solchen Massnahmen nur wenig Potenzial. «Mit einzelnen Sendungen kann man fast nicht sparen. Wir müssen wirklich an die Substanz gehen», winkt Steiner ab. Dennoch hängt an jedem Programm Herzblut und allemal würde SRG laut ihm lieber in anderen Bereichen streichen.

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