Aktualisiert 05.08.2008 20:48

EU-KommissionKommt bald die Zigarette, die sich selbst auslöscht?

Die EU will spätestens in drei Jahren selbstauslöschende Zigaretten einführen. Dass die Schweiz nachzieht, hält man beim Bund für denkbar.

Rund 500 Brände und 20 Millionen Franken Schaden werden in der Schweiz jährlich durch Zigaretten und andere Raucherwaren verursacht. Tragisch: Etwa zehn bis 15 Menschen kommen auf grausame Weise in den Flammen um, weil sie beim Rauchen im Bett einschlafen, schätzt Kurt Steck, Brandschutzexperte bei der Beratungsstelle für Brandverhütung. Ähnlich präsentiert sich die Situation in den EU-Ländern: Wie die deutsche Zeitung «Die Welt» unter Berufung auf informierte Kreise der EU-Kommission berichtete, sollen in der EU deshalb bald nur noch Zigaretten verkauft werden, die auslöschen, wenn nicht daran gezogen wird. Damit würden in der EU jährlich über 2000 Menschenleben gerettet sowie Waldbrände verhindert – und zwar ohne höhere Zigarettenpreise. Mit an Bord seien auch die grossen Tabakkonzerne, weshalb mit einem schnellen Beschluss zu rechnen sei.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das hierzulande für die Normierung der Zigaretten zuständig ist, beobachtet die Entwicklung mit Interesse: «Sollte die EU nur noch selbstauslöschende Zigaretten zulassen, ist es gut möglich, dass die Schweiz nachzieht», sagt Michael Anderegg, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim BAG. Auch der Schweizer Versicherungsverband findet die Idee zumindest im Grundsatz «begrüssenswert», so ein Sprecher.

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Technisch ganz einfach

Technisch ist die selbstauslöschende Zigarette für die Industrie relativ leicht umzusetzen; in den USA ist sie bereits im Handel. Laut Michael Anderegg vom BAG könne auf Brandbeschleuniger verzichtet oder die Durchlässigkeit des Papiers verändert werden, so dass weniger Sauerstoff an die Glut gelangt. Denselben Effekt hätten aufgespritzte Ringe aus Zellulose, die das Herunterglimmen der Zigarette stoppen sollen. So will es die EU einführen.

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