Hardturm-Projekt: Kommt das neue Fussball-Stadion ins Limmattal?
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Hardturm-ProjektKommt das neue Fussball-Stadion ins Limmattal?

Der Rangierbahnhof Limmattal eigne sich für ein Fussballstadion, sagt CVP-Nationalrat Philipp Kutter. Bei den Fanclubs kommt die Idee gut an.

von
T. Mathis
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Als alternativen Standort für ein neues Fussballstadion schlagen zwei CVP-Politiker den Rangierbahnhof Limmattal vor.

Als alternativen Standort für ein neues Fussballstadion schlagen zwei CVP-Politiker den Rangierbahnhof Limmattal vor.

Keystone/Walter Bieri
Die Fans finden die Idee gut, ganz nach dem Motto: Besser ein Stadion ausserhalb der Stadt als gar kein Stadion.

Die Fans finden die Idee gut, ganz nach dem Motto: Besser ein Stadion ausserhalb der Stadt als gar kein Stadion.

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Das aktuelle Hardturm-Projekt ist bereits der zweite Anlauf für ein neues Fussball-Stadion. Ein dritter Anlauf werde es nicht geben, sagte Stadtrat André Odermatt.

Das aktuelle Hardturm-Projekt ist bereits der zweite Anlauf für ein neues Fussball-Stadion. Ein dritter Anlauf werde es nicht geben, sagte Stadtrat André Odermatt.

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Keine hohen Türme, mehr günstige Wohnungen: Das Projekt für ein neues Hardturm-Stadion geriet im Mai 2018 unter politischen Druck. Das hat zwei CVP-Politiker auf den Plan gerufen.

«Über den Schwenker der SP im Gemeinderat haben wir uns sehr geärgert», sagt Nationalrat Philipp Kutter (CVP). Er sei überzeugt, dass die SP an ihrer Basis vorbeipolitisiert. Mit seinem Parteikollegen Josef Wiederkehr fordert er in einem Postulat deshalb, dass der Zürcher Regierungsrat nach Standorten sucht, die ausserhalb der Stadt liegen, aber für ein Fussballstadion geeignet sind.

Option Rangierbahnhof Limmattal

In der Stadt Zürich seien die Ansprüche so hoch, dass es kaum möglich erscheine, ein neues Stadion zu bauen. «Damit wir nicht vor einem Scherbenhaufen stehen, wenn das jetzige und das vermutlich vorläufig letzte Projekt scheitert, wollen wir frühzeitig Alternativen vorschlagen», so Kutter.

Eine Option sehen die beiden CVP-Kantonsräte beim schlecht ausgelasteten Rangierbahnhof Limmattal. Die betroffenen Gemeinden würden dort schon länger für eine Umnutzung kämpfen. Zudem sei das Limmattal mit der Autobahn, der Limmattalbahn und der geplanten S-Bahn-Haltestelle Silbern gut erschlossen. Kutter: «Eine Prüfung ist es alleweil wert, denn Zürich hat einen Hexenkessel verdient.»

SP findet, Clubs sollen entscheiden

Die SP Stadt Zürich gibt sich zurückhaltend. «Warten wir ab, wie das aktuelle Hardturm-Projekt vorwärtskommt», sagt Co-Präsidentin Gabriela Rothenfluh. Sie findet, dass die Clubs in dieser Frage entscheiden sollen, weil diese bisher gewünscht hätten, in der Stadt spielen zu können.

Der Zeitpunkt für diesen Vorschlag liege auf der Hand: «Alternativen werden immer dann vorgeschlagen, wenn ein Projekt zu scheitern droht.» Fraglich sei aber die Umsetzbarkeit: «Die Frage ist, ob die betroffenen Gemeinden ein solches Projekt unterstützen und sicherheitstechnisch stemmen können», so Rothenfluh.

Clubs wollen Volksabstimmung abwarten

Abwarten will man auch bei den Fussballclubs. «Im Moment ist ein Fussball-Stadion in Dietikon kein Thema», sagt Hans Klaus, der in Bezug auf das Hardturm-Projekt die Kommunikation für die beiden Clubs übernimmt. Wichtig sei vorerst, dass der Gemeinderat den Weg für eine Volksabstimmung freimache. «Alles andere wäre störend», so Klaus. Scheitert das Projekt dann, brauche es Alternativen – dazu zähle auch dieser Vorschlag.

Bei der Stadt Dietikon dagegen stösst der Vorschlag auf Interesse. «Wie jeder kreative Ansatz müsste die Idee grundsätzlich einer näheren Prüfung unterzogen werden», sagt Stadtpräsident Roger Bachmann. Vor- und Nachteile eines solchen Grossprojekts müssten allerdings abgewogen werden. Zudem sollte die Meinung der Bevölkerung abgeholt werden.

«Limmattal wäre mir lieber als Hardturm»

Die Fanclubs finden den Vorschlag ebenfalls gut. «Wenn ich wählen könnte, würde ich ein Stadion in Dietikon bevorzugen», sagt Markus Imbach, Präsident des FCZ-Fanclubs Letzi. Der Rangierbahnhof sei im Gegensatz zum Hardturm ein neutrales Gelände, das weder von GC noch vom FCZ vorbelastet ist.

«Emotional wäre es mir lieber, wenn der FCZ nicht auf GC-Grund spielen müsste», so Imbach. Als Fan unterstütze er den FCZ aber dort, wo dieser spielt. Ähnlich tönt es beim GC-Fanclub March: «Selbstverständlich kann ich mir vorstellen, dass wir die Grasshoppers in Dietikon anfeuern», sagt Präsident Dany Zbinden. Wichtig sei, dass es ein neues Stadion gibt – «wo ist nicht relevant.»

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