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Arktis-Forscher zum Angriff«Kommt ein Eisbär zu nahe, muss ich schiessen»

Biologe Maarten Loonen hatte mehrere Begegnungen mit Eisbären. Er äussert sich zum Eisbär-Angriff und erklärt, dass diese den Menschen als Beute sehen.

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daw/dk

Der Eisbär-Angriff ist ein Thema auf Spitzbergen. (Video: 20 Minuten/D. Krähenbühl)

Der Fall sorgte bei Tierschützern weltweit für Empörung: Ein deutsches Crew-Mitglied des Kreuzfahrtschiffs MS Bremen wurde am Samstag auf Spitzbergen von einem Eisbären angegriffen und schwer verletzt. Seine Kollegen erschossen das Tier daraufhin.

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Die Behörden auf der Insel Sjuoyane veröffentlichten dieses Foto des getöteten Eisbären.

Die Behörden auf der Insel Sjuoyane veröffentlichten dieses Foto des getöteten Eisbären.

epa/Gustav Busch Arntsen/handout
Das Tier hatte am 28. Juli 2018 auf Spitzbergen einen Eisbärenwächter angegriffen. Der Deutsche ist Crewmitglied der MS Bremen, ein Kreuzfahrtschiff, das aktuell in der Gegend ist.

Das Tier hatte am 28. Juli 2018 auf Spitzbergen einen Eisbärenwächter angegriffen. Der Deutsche ist Crewmitglied der MS Bremen, ein Kreuzfahrtschiff, das aktuell in der Gegend ist.

Screenshot Youtube
Der Mann wurde beim Angriff verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Sein Zustand ist aber stabil.

Der Mann wurde beim Angriff verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Sein Zustand ist aber stabil.

Jonathan Hayward

Die Bärenattacke ereignete sich etwas nördlich von der niederländischen Arktisstation, auf der derzeit unser Reporter Daniel Krähenbühl weilt. Er hat Biologe Dr. Marteen Loonen zum Vorfall befragt.

Biologe hat Verständnis für die Crew

Im Video verteidigt er das Vorgehen der Crew des Kreuzfahrtschiffes: «Er hatte den Eisbären wohl einfach nicht gesehen, bevor er an Land ging. Eisbären sind sehr, sehr gefährlich.» Es gebe nur zwei Tierarten, die den Menschen als Beute anschauen würden, nämlich den Tiger und den Eisbären.

Diese würden sich zunehmend an die Menschen gewöhnen: «Wir sehen Eisbären sicher zweimal Woche. Sie kommen, um Eier zu essen.» Wenn man ins Feld gehe, müsse man auf der Hut sein. «Wir haben eine Signalpistole, aber auch ein Gewehr.»

Komme ein Eisbär näher als 30 Meter, müsse man schiessen: «Es gibt keine andere Möglichkeit. Für eine Betäubung bleibt zu wenig Zeit.» Er habe zweimal die Signalpistole benützen, aber zum Glück noch nie scharf schiessen müssen. Bei der Begegnung mit dem Bären hätten seine Beine stark gezittert. «Ich fragte mich, ob ich mich überhaupt auf den Beinen halten kann.» Sehe man einen Eisbären, begebe man sich am besten möglichst schnell ins Innere eines Hauses.

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