03.01.2019 09:48

Blick in die Kristallkugel

Kommt ein neues «GTA»?

Klar ist: Gamen, bis sich die Bildschirme biegen, werden wir auch 2019. Doch welches sind die grossen Trends im gerade erst angefangenen Jahr? Ein Ausblick.

von
Jan Graber

Die Zukunft vorauszusagen, gleicht der Wette aufs schnellste Pferd: Ab und zu gewinnt man, meistens aber liegt man falsch. Denn selbst den gewieftesten Kennern machen die Unabwägbarkeiten des Lebens oft einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem wage ich den Ausblick aufs Game-Jahr 2019.

Die stärksten Veränderungen im Bereich des Game-Geschäfts dürften von Game-Streaming-Diensten respektive Cloud Gaming ausgehen. Wie etwa bei Netflix lösen Konsumenten ein Abo und erhalten Zugriff auf riesige Spielbibliotheken. Einige Dienste ermöglichen es, Games in Konsolen-Qualität auf Smartphones oder Endgeräten zu spielen, die nicht fürs Gamen ausgelegt sind. «Playstation Now» von Sony und «Geforce Now» von Nvidia sind bereits gestartet, «Project xCloud» von Microsoft, «Project Stream» von Google und «Project Atlas» von Electronic Arts steigen dieses Jahr ins Rennen ein. Der Game-Handel wird sich dadurch sichtlich verändern.

Sieht gut aus

Apropos Sicht: Dank der Ray-Tracing-Technologie, die letztes Jahr ihren Einstand in der Game-Welt gab, erreicht der visuelle Realitätsgrad eine neue Stufe: Games werden noch realistischer im Bereich der Reflektionen und liefern berauschende Bilder wie nie zuvor. Bald dürften sich Abbildungen von echten und künstlichen Menschen nicht mehr unterscheiden lassen. Dafür muss im Computer allerdings eine fette Grafikkarte ticken. Diese veralten mittlerweile aber in den Konsolen; die PS4 sowie auch die Xbox One kommen in die Jahre.

Sony und Microsoft müssten dieses Jahr deshalb neue Gamekisten ankündigen. Die Konsolen werden auch die oben erwähnten Game-Streaming-Dienste nutzen. Zudem ermöglichen sie Cross-Plattform-Play: Spieler können sich gegenseitig in Multiplayer-Games messen, egal an welchem Spielgerät sie gerade sitzen. Unterbrochene Games lassen sich zudem nahtlos auf einem anderen Gerät fortsetzen.

VR out, AR in

Anhalten wird die Beliebtheit von Battle-Royale-Krachern wie «Fortnite» – manch ein Studio dürfte noch auf den Zug aufspringen. Der Hype allerdings flaut ab. Auf den Durchbruch warten hingegen weiterhin Virtual-Reality-Games – er wird auch nicht kommen, solange sich Spieler klobige Brille aufsetzen müssen. Und auch selbst dann ist der Erfolg zu bezweifeln.

Bessere Karten haben Augmented-Reality-Games, für die das Smartphone genügt. Bei den AR-Games dürfte dieses Jahr mit einigen Überraschungen zu rechnen sein. Ob sie sich am Ende aber durchsetzen, hängt davon ab, ob sich wie bei den VR-Games nur kurzfristige Wow-Effekte einstellen oder die erhöhte Realität tatsächlich das Spielvergnügen erweitert.

Megatrend 2019: Geduld haben

Vor allem Indie-Studios werden auf diesem Feld voranschreiten. Indie-Games büssen aber langsam von ihrem Neuigkeiten-Nimbus ein, wobei überraschende Spiele auch weiterhin für Aufmerksamkeit sorgen werden. Die erfolgreichsten Indie-Studios rücken jedoch in den Bereich aufwändiger produzierter Spiele vor und füllen die Lücke zwischen teuren Blockbuster-Spielen und günstigen Indie-Games.

Apropos Blockbuster: Wird heuer endlich ein neues «GTA» angekündigt? Vermutlich nicht. Und einige heissersehnte Spiele wie zum Beispiel «Cyberpunk 2077» werden erneut nach hinten geschoben. Mit absoluter Sicherheit lässt sich aber sagen: Gespielt wird dieses Jahr mehr denn je. Ausser das Schicksal hat andere Pläne.

Die fünf heissesten Games des Frühjahrs:

«Anthem»

«Sekiro: Shadows Die Twice»

«New Super Mario Bros. U Deluxe»

«Metro Exodus»

«Far Cry: New Dawn»

Heiss ersehnt

Auf diese Games freut sich die Game-Redaktion 2019 besonders.

«Cyberpunk 2077»

«Gears of War 5»

«Babylon's Fall»

«Control»

«Halo Infinite»

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