Spring Break ohne Maske: Kommt es in Florida zur grössten Superspreader-Party der USA?
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Spring Break ohne MaskeKommt es in Florida zur grössten Superspreader-Party der USA?

Tausende US-Studierende feiern in den nächsten Wochen Spring Break – ohne Masken und ohne Abstand. Lokale Behörden befürchten ein Superspreading-Event in Florida, doch ihnen sind die Hände gebunden.

von
Karin Leuthold
Video: 20Minuten

Darum gehts

  • Vom 22. bis zum 26. März finden in den USA die Semesterferien statt. Tausende Studierende reisen nach Florida, um zu feiern.

  • Im Sunshine State breitet sich derzeit die britische Corona-Mutation rasant aus.

  • Doch der Gouverneur von Florida ermutigt die jungen Leute, ohne Maske und ohne Abstand Party zu machen.

In den kommenden Wochen wollen tausende Studierende aus allen Ecken der USA und Kanada zum klassischen Spring Break nach Florida reisen. Den lokalen Behörden graust es, denn ausgerechnet im Sunshine State gibt es weder Corona-Einschränkungen noch Maskenpflicht. Somit könnten die Semesterferienwochen zum grössten Superspreader-Event des Landes werden.

Bereits jetzt sind Bars und Clubs teilweise voll, von Abstand halten und Maske tragen halten die jungen Menschen nicht viel. Einige Bars werben ausdrücklich mit «Wir verstossen gegen die Regeln»-Schildern, es werden Bikini-Wettbewerbe mit unbegrenzt Alkohol organisiert und «All You Can Drink»-Ausflugsbootsfahrten angeboten.

«Wir bitten euch ausdrücklich, in diesem Moment nicht zu reisen.»

Rochelle Walensky, US-Seuchenschutzbehörde CDC

«Es droht der perfekte Sturm», warnt Peter Hotez, Dekan der Medizinfakultät am Baylor College, gegenüber dem Sender CNN. In Florida breite sich derzeit die britische Corona-Mutation rasant aus. «Die Kids werden ohne Masken feiern. Sie trinken und haben ziemlich engen Kontakt. Und wenn die Party vorbei ist, reisen sie zurück in ihre Heimatstaaten und verbreiten das Virus dort.»

Die US-Seuchenschutzbehörde CDC lancierte kürzlich eine klare Aufforderung an die US-Studierenden: «Geht nicht nach Florida», sagte Rochelle Walensky. «Wir bitten euch ausdrücklich, in diesem Moment nicht zu reisen.»

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In den kommenden Wochen findet in Florida der Spring Break statt.

In den kommenden Wochen findet in Florida der Spring Break statt.

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Tausende Studierende aus allen Ecken des Landes werden in den Sunshine State reisen.

Tausende Studierende aus allen Ecken des Landes werden in den Sunshine State reisen.

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Bereits jetzt sind Bars und Clubs teilweise voll, von Abstand halten und Maske tragen halten die jungen Menschen nicht viel.

Bereits jetzt sind Bars und Clubs teilweise voll, von Abstand halten und Maske tragen halten die jungen Menschen nicht viel.

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Floridas Gouverneur hält nichts von Abstand und Masken

Doch den Behörden in Miami seien die Hände gebunden, wenn es auf der anderen Seite Reiseunternehmen gibt, die für nur 40 Dollar Flugtickets nach Miami von überall her anbieten, beklagt sich Dan Gelber, der demokratische Bürgermeister von Miami Beach. «Wir sind sehr besorgt, dass es hier zu einer Zusammenkunft von Menschen und in der Folge zu einem echten Problem kommen wird», sagte Gelber zu CNN. Zudem könne er sich als Bürgermeister nicht gegen die Vorschriften des republikanischen Gouverneurs von Florida, Ron DeSantis, auflehnen.

DeSantis gilt als einer der vehementesten Masken- und Lockdown-Gegnern der USA. «Wir bauen Menschen auf, statt uns von anderen vorschreiben zu lassen, die Geschäfte und Schulen zu schliessen. Wir lassen uns von niemandem unsere Jobs wegnehmen», sagte der Gouverneur letzte Woche an einer Pressekonferenz. «Unserer Wirtschaft geht es viel besser als anderen Staaten. Wir haben offen», meinte DeSantis stolz.

Inzwischen ist das Rektorat der Uni California mit einer Idee aufgekommen, wie es den Spring-Break-Exodus stoppen kann: Die Uni bietet den Studenten einen Gutschein von 75 Dollar an, damit sie auf eine Reise nach Florida verzichten. Die Studierende müssen ihre Gutscheine persönlich am ersten Tag der Frühjahrsferien abholen und wenige Tage später sich zu einem PCR-Test auf dem Campus melden, wie CBS berichtet. Gefragt, ob die Schulleitung keine Angst habe, dass die Studierende trotzdem schummeln, meinte Vizerektorin Sheri Atkinson: «Ich vertraue unseren Studenten und glaube, dass sie ehrlich der Vereinbarung zustimmen.»

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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