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Team lässt sich gegen Covid-19 impfenKommt es nun zur Impfpflicht für Sportlerinnen und Sportler?

Als wohl erstes Profi-Team der Welt lässt sich UAE Emirates gegen Corona impfen. Für Rad-Star Marc Hirschi könnte das Folgen haben. Und was bedeutet das sonst für die Sport-Welt?

von
Nils Hänggi

Marc Hirschi zeigte diesen Sommer viele starke Rennen.

Video: SRF

Darum gehts

  • Die Fahrer des Profi-Radteams UAE Emirates haben sich gegen das Coronavirus impfen lassen.

  • Interessant ist diese Meldung, weil der Schweizer Rad-Star Marc Hirschi vor einem Wechsel zu diesem Team steht.

  • Auch stellt sich die Frage, ob es eine generelle Impflicht für Sportlerinnen und Sportler geben soll.

Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar und sein Team UAE Emirates haben sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Den Impfvorgang für 27 Radprofis und 32 weitere Teammitglieder in Abu Dhabi machte der Rennstall am Freitag öffentlich. Teamchef Mauro Gianetti sagte, man sei enorm stolz auf die Anstrengungen, die das Land (Vereinigte Arabische Emirate) unternommen habe, «um die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bekämpfen».

«Das gesamte Team freut sich, die Gelegenheit erhalten zu haben, uns und andere durch die Einnahme des Impfstoffs zu schützen», sagte der Schweizer Manager Gianetti weiter. Das Team UAE Emirates ist nach eigenen Angaben das erste Profi-Radsportteam, das flächendeckend gegen das Coronavirus geimpft wurde. Der 22 Jahre junge Pogacar aus Slowenien hatte im September überraschend die Tour de France gewonnen und dem Team damit breite Aufmerksamkeit verschafft.

IOK-Mitglied will alle impfen

Die Meldung ist aus zweierlei Gründen relevant. Punkt 1: Marc Hischi. Seit kurzem kursiert das Gerücht, dass der Schweizer Rad-Star zum Pogacar-Team wechselt, um dort seine Karriere weiter zu pushen und um ziemlich viel Geld zu verdienen (eine Million Franken soll es es sein pro Saison). Wenn das Gerücht stimmt, würde auch der 22-Jährige wohl ziemlich schnell nach der Vertragsunterschrift gegen das Coronavirus geimpft werden.

Punkt 2: Impfen der Sportlerinnen und Sportler. Schliesslich lautet die Frage ja: Wie soll im Sommer die Durchführung eines Grossanlasses wie die Olympischen Spiele möglich sein, wenn auf der ganzen Welt die Corona-Zahlen steigen und dann noch Athletinnen und Athleten von überallher an einen Ort kommen? Dick Pound, Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), fordert im Interview mit «Sky News», dass Athletinnen und Athleten einen Impf-Vorrang haben sollen. Er sagt: «Nur so können die Olympischen Spiele stattfinden.» Und: «Ich glaube nicht, dass es einen Aufschrei in der Öffentlichkeit darüber geben würde.»

Doch liegt der 78-jährige Kanadier damit richtig? Sollen gesunde Sportlerinnen und Sportler zuerst geimpft werden, während zeitgleich viele Menschen weltweit auf die dringend benötigte Impfung warten?

Das meint Swiss Olympic

Swiss Olympic will sich auf Anfrage nicht detailliert zur Forderung von Pound äussern. Alexander Wäfler,
Leiter Medien und Information, sagt: «Swiss Olympic kann die Impfstrategie des Bundes nachvollziehen. Aus unserer Sicht sollte dabei auch die berufliche Notwendigkeit berücksichtigt werden. Sportlerinnen und Sportler, die für die Ausübung ihres Berufs viel reisen müssen (nicht nur für die Olympischen Spiele), sollten möglichst bald Zugang zu Impfungen erhalten – genauso wie andere Berufsgruppen, die viel unterwegs sind.»

Weiter teilt Wäfler mit, dass Swiss Olympic den Delegationsmitgliedern empfehlen werde, sich – sofern genügend Impfstoff zur Verfügung steht – gegen Covid-19 impfen zu lassen. So wie Swiss Olympic es jeweils auch bei der Grippeimpfung macht. Der Leiter Medien und Information stellt aber klar: «Wir werden von den Athletinnen und Athleten keine Impfung verlangen.»

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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27 Kommentare
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freie Wahl

09.01.2021, 11:34

Es wird keinen Impfzwang geben und die Impfung bleibt absolut freiwillig... Wer sich nicht impft, kann einfach nicht mehr am öffentlichen Alltagsleben teilnehmen, je nach Beruf seinen Beruf nicht mehr ausüben, keine Lebensmitteleinkäufe und kein shoppen in den EKZ, Verzicht auf Reisen und Ausflüge usw...

Ted CH

09.01.2021, 10:50

Stimmungsbarometer: wer ist auch dafür, dass sich Eckerle und Low eine andere Stelle suchen und dafür Daniel Koch wieder kommt?

Tobi-as

09.01.2021, 10:45

Eine Impfpflicht ist das Ende unserer Geselschaft