Neue Attraktion: Kommt jetzt die Porta Alpina light?
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Neue AttraktionKommt jetzt die Porta Alpina light?

Der Traum von der Porta Alpina ist bereits vor Jahren geplatzt, nun plant der Andermatt-Investor Samih Sawiris ein neues Projekt. Er will einen Touristenlift zum Neat-Basistunnel bauen.

von
hag
Der unterirdische Bahnhof, die Porta Alpina, wurde bereits 2007 beerdigt. Samih Sawiris (rechts) plant dort jetzt ein neue Touristenattraktion.

Der unterirdische Bahnhof, die Porta Alpina, wurde bereits 2007 beerdigt. Samih Sawiris (rechts) plant dort jetzt ein neue Touristenattraktion.

Samih Sawiris, der ägyptische Investor von Andermatt, hat ein neues Projekt im Kopf. Er will den Neat-Stollen in Sedrun nach der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels im Jahr 2016 als Touristenattraktion nutzen, wie das «St. Galler Tagblatt» berichtet. Mit einem Lift sollen Besucher in einen 800 Meter tief gelegenen Ausstellungsraum gelangen.

Hinter dem Projekt stehen der Basler PR-Unternehmer Manfred Messmer und Pancrazi Berther, Gemeindepräsident von Tujetsch in der Surselva. Im Juni soll mit den SBB über die Durchführung einer Machbarkeitsstudie entschieden werden.

Ausstellungen in 800 Metern Tiefe

Kern des neuen Projekts sind der bestehende Stollen und vier Räume, die im Zuge des unterirdischen Haltestelle Porta Alpina erstellt wurden. Der Kanton Graubünden, die Gemeinde Tujetsch und der Bund hatten dort bereits 15 Millionen Franken investiert. Diese Investition wäre mit der Realisierung des neuen Bauvorhabens nicht ganz umsonst gewesen.

Es sei ein Erlebnis, wenn man sich in 800 Meter Tiefe traue, zeigt sich Gemeindepräsident Berther gegenüber dem Tagblatt begeistert. Es sei sinnvoller, bereits bestehende Räume für Ausstellungen zur Neat zu nutzen, als diese zuzuschütten. Die SBB könnten darin ihr Jahrhundertwerk präsentieren. Bei Messmer tönt es ähnlich. «Die Schweiz soll zeigen, was sie mit dem längsten Tunnel der Welt geschaffen hat. Jedes andere Land würde das auch machen», ist sich der PR-Unternehmer sicher.

Durchwegs positive Reaktionen

Die Verantwortlichen des Kantons Graubünden freuen sich über die neue Idee und erhoffen sich wirtschaftliche Impulse für die strukturschwache Region um Sedrun. «Graubünden hat ein erhebliches Interesse, die Vorinvestitionen in die Porta Alpina nutzen zu können. Wir stehen der Idee sehr positiv gegenüber», so der Churer Bau- und Verkehrsdirektor Mario Cavigelli.

Auch die SBB, die die Porta Alpina stets ablehnten, zeigen Interesse. Sollte das Projekt vom Bundesamt für Verkehr gutgeheissen werden, müssten Fragen der Sicherheit, des Betriebs und der Finanzierung geklärt werden, erklärt SBB-Sprecher Reto Kormann.

Die Porta Alpina wurde verworfen

Als Porta Alpina war ein Bahnhof 800 Meter unter Sedrun geplant. Von dort sollten Bahnpassagiere vom Gotthard-Basistunnel ins Bündner Oberland gelangen. Das auf 50 Millionen Franken veranschlagte Projekt wurde im September 2007 von der Bündner Regierung gestoppt.

Von der Vision Porta Alpina blieb der Ausbruch der Wartehallen, wofür 15 Millionen Franken investiert worden waren. Und es blieb die Hoffnung, spätere Generationen könnten das Projekt realisieren. Vielleicht wird dieses bereits in naher Zukunft schon Wirklichkeit.

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