Aktualisiert 18.12.2008 17:25

TauwetterKommt nach dem Schnee die Flut?

Auf die heftigen Schneefälle folgt nun das Tauwetter. Eine Warmfront am Samstag droht die weisse Pracht zumindest teilweise zum Verschwinden zu bringen. Und die Wasserpegel könnten steigen...

Am Freitag und Samstag streifen je eine Warmfront die Schweiz. Regen könne vor allem in der Zentral- und Ostschweiz fallen, sagte Urs Keller von MeteoSchweiz auf Anfrage. Im Berner Oberland erwarten die Meteorologen Regen bis auf 1500 Meter.

Angesichts der grossen Schneemengen könne der Regen zusammen mit der Schneeschmelze durchaus zu viel Wasser führen, sagte Keller weiter.

Da aber die Wasserführung und die Seepegel niedrig bis tief lägen, könnten Flüsse und Seen die zusätzlichen Wassermengen aufnehmen, erklärte Gian Reto Bezzola, Sektionschef Risikomanagement vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) auf Anfrage. Die Situation sei nicht ausserordentlich, werde aber aufmerksam weiterverfolgt.

Viel Schnee in den Alpen

In weiten Teilen der Schweiz und vor allem der Alpen liegen gemäss SF Meteo für die Jahreszeit überdurchschnittlich viel Schnee. Vom Matterhorn über die Furka bis zum Lukmanier seien es drei bis viermal soviel Schnee wie Mitte Dezember üblich. Stellenweise sei die Schneedecke fast vier Meter dick.

Viel Schnee lag am Donnerstagmorgen auch in den Niederungen. In Langnau im Emmental auf rund 750 Metern über Meer lagen 46 Zentimeter Schnee. 43 Zentimeter lagen in Gstaad und Châteaux d'Oex.

Bern verzeichnete am Donnerstagmorgen mit 38 Zentimetern Schnee die bei weitem höchste Gesamtschneehöhe für den Monat Dezember, teilten MeteoSchweiz und das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie am Donnerstag mit.

Der bisherige Höchstwert von 29 Zentimetern wurde am 29. Dezember 1938 gemessen. Die Messreihe geht bis 1931 zurück. Klimatologisch betrachtet sei der Neuschneefall im Flachland vom vergangnen Mittwoch bezüglich Schneemengen aber nicht ungewöhnlich.

Weniger Schnee gab es in Zürich und in der Ostschweiz: Die Wirtschaftsmetropole konnte 20 Zentimeter Schnee verzeichnen, St. Gallen 10 Zentimeter. Im Rheintal war es stellenweise gar aper.

Alter Schnee an Weihnachten

Für den Wochenanfang erwarten die Meteorologen trockenes Wetter mit Temperaturen um Null Grad Celsius. In der Wochenmitte - Heilig Abend - könnte eine Nordströmung kältere Luft in die Schweiz blasen.

Ob es jedoch frischen Schnee geben werde, sei unsicher, sagte Urs Keller von MeteoSchweiz auf Anfrage. Es sei aber auch nicht auszuschliessen.

Für das Wochenende rechnet Viasuisse zudem mit einem hohen Verkehrsaufkommen, weil in der Hälfte der Schweizer Kantone und in ganz Deutschland die Weihnachtsferien beginnen.

(sda)

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