Luzern in der Krise: Komornicki genauso schlecht wie Yakin
Aktualisiert

Luzern in der KriseKomornicki genauso schlecht wie Yakin

Der Effekt des Trainerwechsels ist beim FC Luzern schnell verpufft. Gegen Lausanne kassierte Yakin-Nachfolger Ryszard Komornicki schon die vierte Niederlage in Folge.

von
ete

Die Notbremse zu ziehen und den Trainer zu entlassen, ist eine diskutable, aber gern praktizierte Handlungsweise einer Klubführung, wenn es der Mannschaft in einer Phase der Meisterschaft gar nicht läuft. Eine eindeutige Statistik, ob diese Überreaktion, tatsächlich den gewünschten Erfolg bringt, gibt es nicht. Spiegel Online berichtete im April 2011 von einer Studie von A. Heuer. In dieser untersuchte Heuer mehr als 150 Trainerwechsel in der Bundesliga von 1963 bis 2009. Er kam zu dem Resultat, dass Klubs, die den Trainer austauschten, die gleichen Ergebnisse erzielen wie Vereine in ähnlicher Situation, die dem Trainer das Vertrauen schenken.

Seit Ryszard Komornicki vor etwas mehr als einem Monat die Nachfolge von Murat Yakin angetreten hat, setzte es nach einem kurzen Zwischenhoch von zwei Siegen nunmehr vier Niederlagen in Folge ab. Die erste Pleite gab es am 30. August im Rückspiel der Europa-League-Qualifikation in Genk (0:2) und bedeutete das erste Aus. Am 2. September setzte es eine Heim-Niederlage gegen YB (1:2) ab. Dann kam der Cup gegen Delsberg, einer Mannschaft aus der 1. Liga Promotion und ein 5:6 nach Penaltyschiessen. Und auch im zweiten Wettbewerb, in dem der FCL weiterkommen wollte, folgte das Aus. Als Strafe dafür wurden den Spielern 800 Franken vom Lohn abgezogen. Am letzten Sonntag verlor der FCL sein Meisterschaftsspiel in Lausanne 0:1.

Schlechte Bilanz nach einem Monat mit Komornicki

Die Bilanz mit vier Niederlagen und zwei Siegen von Komornicki sieht nur unbedeutend besser aus, als die von Murat Yakin bis zu seiner Freistellung. Sechs Ligaspiele, drei Remis und drei Niederlagen hatte der Münchensteiner auf seinem Konto. Am 20. August, ein Tag nach der 0:2-Niederlage gegen GC, entschieden sich die FCL-Verantwortlichen gegen Yakin. Gegen GC muss der FCL nun unter Komornicki am Donnerstag wieder ran. Die Innerschweizer reisen mit der Hoffnung nach Zürich, den Weg aus dem Loch herauszufinden, indem man seit dem ersten Duell definitiv steckt. «Ich wäre schon mit einem Punkt zufrieden», sagte Komornicki im Anschluss an die Niederlage gegen Lausanne gegenüber den Medien.

Er brauche Zeit, um der Mannschaft seine Ideen zu vermitteln. Die Geschichten von Uli Forte und Jeff Saibene hätten gezeigt, dass sich die Geduld von GC und St. Gallen bezahlt gemacht hat, wird der Pole in der «Luzerner Zeitung» zitiert. Und so etwas sei auch in Luzern möglich. Dafür muss der FCL aber bald einmal Tore schiessen. Mit lediglich acht erzielten Treffern haben die Innerschweizer neben Lausannen und Servette aktuell den schlechtesten Wert in der Liga. Hauptsächlich im Kreuzfeuer der Kritik steht der Bulgare Dimitar Rangelov.

Grosse Ankündigung, aber nur zwei Tore bisher

Der nicht gerade günstige ehemalige Bundesliga-Profi hatte bei seiner Ankunft grossspurig angekündigt, die Nachfolge von Petar Aleksandrov – zweifacher NLA-Torschützenkönig - antreten zu wollen. Mit mickrigen zwei Toren in elf Partien wird sich der Bulgare sputen müssen, wenn er die Marken seines Landsmannes von 24 Toren (1995 bei Xamax) und 19 Treffer (1996 bei Luzern) nur annähernd erreichen will. Die Verzweiflung beim FCL reicht bereits soweit, dass es offenbar Bestrebungen gibt, den an Bellinzona ausgeliehenen Offensivspieler Nico Siegrist vorzeitig zurückzuzuholen.

Super League

Deine Meinung