Irans Fussballerinnen: Kompromiss: Kappe statt Kopftuch
Aktualisiert

Irans FussballerinnenKompromiss: Kappe statt Kopftuch

Im Kopftuch-Streit zwischen der Fifa und dem iranischen Fussballverband ist es zu einer Einigung gekommen. Die Kickerinnen dürfen ihr Haar auf dem Feld bedecken, jedoch nicht mit einem Kopftuch.

von
mon
Irans Fussballerinnen dürfen nun doch an den Olympischen Jungendspielen teilnehmen.

Irans Fussballerinnen dürfen nun doch an den Olympischen Jungendspielen teilnehmen.

Der Weltfussballverband hatte die Iranerinnen ursprünglich von den Olympischen Jugendspielen im Sommer ausgeschlossen, da diese nur nach islamischer Kleidervorschrift mit Kopftuch antreten wollten. Dies ist jedoch laut Reglement bereits seit 2007 verboten - zum einen aus Sicherheitsgründen, zum anderen zur Vermeidung von politischen und religiösen Statements auf dem Rasen, wie es bei der Fifa heisst.

Nun hat man sich aber auf einen Kompromiss einigen können: Die iranischen Fussballerinnen dürfen ihr Haar auf dem Spielfeld bedecken, müssen aber ihr traditionelles Kopftuch gegen eine Kappe tauschen. Diese darf die Köpfe bis zum Haaransatz, nicht jedoch den Nacken bedecken. Damit dürfen die Iranerinnen nun doch am internationalen Grossanlass in Singapur teilnehmen.

Entgegenkommen auch von iranischer Seite

Der iranische Fussballverband, der nach dem Ausschluss durch die Fifa Protest eingelegt hatte, zeigte sich in einer ersten Reaktion erfreut über das Entgegenkommern der Fifa. Die staatliche Zeitung «Teheran Times» berichtete zudem, dass iranische Autoritäten den Spielerinnen erlaubt hätten, mit einer anderen Kopfbedeckung als dem Kopftuch anzutreten.

Über Kopftücher auf dem Sportplatz gibt es immer wieder Diskussionen. In der Schweiz sorgte im vergangenen Jahr die Basketballspielerin Sura Al-Shawk für Schlagzeilen, die trotz Verbot nicht auf ihr Kopftuch verzichten will (20 Minuten Online berichtete). Nachdem ihr der Gang ans Amtsgericht Luzern-Land keinen Erfolg gebracht hatte, hat die 19-Jährige aus Ebikon LU nun das Schiedsgericht des Verbands angerufen.

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