Super League: Konaté schiesst FCZ ab – GC patzt in Vaduz

Aktualisiert

Super LeagueKonaté schiesst FCZ ab – GC patzt in Vaduz

Der FC Zürich unterliegt Sion im zweiten Meisterschaftsmatch unter Interimscoach Massimo Rizzo 1:3. GC verspielt beim 3:3 gegen Vaduz dreimal eine Führung.

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Donnerstag, 13. August 2015Sion rückt dank eines 3:1-Erfolgs gegen den FCZ auf Platz 3 vor. Carlitos (l.) erzielt das zweite Tor der Walliser mittels Traumfreistoss.

Donnerstag, 13. August 2015Sion rückt dank eines 3:1-Erfolgs gegen den FCZ auf Platz 3 vor. Carlitos (l.) erzielt das zweite Tor der Walliser mittels Traumfreistoss.

FreshFocus/Urs Lindt
Gleich doppelt trifft Sion-Goalgetter Moussa Konaté, den der FCZ nicht in den Griff bekommt.

Gleich doppelt trifft Sion-Goalgetter Moussa Konaté, den der FCZ nicht in den Griff bekommt.

Keystone/Olivier Maire
Der zwischenzeitliche Ausgleich für die Zürcher gelingt Armando Sadiku (r.).

Der zwischenzeitliche Ausgleich für die Zürcher gelingt Armando Sadiku (r.).

FreshFocus/urs Lindt

Dem FC Sion reichten eine starke Startviertelstunde und ein Geniestreich von Carlitos zum Sieg. Die Walliser übten knapp 15 Minuten lang Druck auf den FCZ aus und wurden dafür in der 14. Minute durch den Treffer von Moussa Konaté belohnt. Der Stürmer aus Senegal, dem diverse Angebote aus dem Ausland vorliegen sollen, setzte sich gegen Anto Grgic durch und schoss seinen ersten Treffer seit der Auftaktrunde.

Danach war es mit der Dominanz der Gastgeber vorbei. Der FC Zürich kam immer besser ins Spiel und schon sechs Minuten nach dem 0:1 zum Ausgleich durch den Albaner Armando Sadiku. Die Sittener hatten bis in die Schlussviertelstunde der Partie nur noch eine gefährliche Aktion: In der 38. Minute traf Carlitos mit seinem Freistoss via Latte aus 20 Metern. Ein Traumtor. Für den FCZ-Keeper Yanick Brecher gab es nichts zu halten. Auch beim 3:1 von Konaté, der einen vom überragenden Carlitos initiierten Konter mit dem Schuss ins leere Tor abschloss, war der Goalie ohne Schuld.

Zürich dem Ausgleich nahe

Bei den ersten beiden Gegentreffern spielte der 18-jährige Grgic eine unglückliche Rolle. Der schweizerisch-kroatische Doppelbürger liess sich zweimal von Konaté düpieren und hatte das Pech, dass Carlitos sein Foul in Strafraumnähe mit dem herrlichen Freistoss-Tor bestrafte. Wie die gesamte Mannschaft der Gäste steigerte sich Grgic nach der Pause. Die Zürcher waren spielbestimmend und kamen dem neuerlichen Ausgleich in der 48. Minute nahe, als Amine Chermiti nach Vorlage von Mario Gavranovic an Sions Keeper Andris Vanins scheiterte.

Der FCZ hatte nicht weniger Tormöglichkeiten als das in der Abwehr verwundbare Sion, war aber weniger effizient. Sadiku hätte schon nach elf Minuten für die Gäste treffen müssen. Nach einem Fehler von Reto Ziegler konnte er alleine auf Vanins zulaufen, verfehlte jedoch das Ziel. Es war ein unglücklicher Abend für die Zürcher, die wahrscheinlich am Sonntag im Cup im Berner Jura beim Zweitligisten Tavannes/Tramelan zum vorerst letzten Mal von Rizzo betreut werden. Dazu passte, dass Chermiti in der Nachspielzeit noch vom Platz flog, weil er vor einem Freistoss die Spray-Markierung von Referee Fedayi San mit dem Fuss entfernt hatte.

Turbulente Schlussphase bei Vaduz – GC

Die weiterhin erfrischend offensiv auftretenden Grasshoppers spielten im fünften Meisterschaftsspiel erstmals unentschieden. Sie mussten Vaduz ein 3:3 zugestehen. Der schönste Teil der Geschichte dieses Spiels vor über 4000 Zuschauern im Vaduzer Rheinpark wurde in der Schlussphase geschrieben: Innerhalb von vier Minuten fielen die Tore zum 2:2, 2:3 und 3:3. Es trafen der aus Holland gekommene Tunesier Ali Messaoud, danach der erst 17-jährige Einwechselspieler Nikola Gjorgjev auf Vorarbeit Caios und schliesslich Routinier Franz Burgmeier mit einem Kopfball auf einen Corner des früheren FCZ-Spielers Stjepan Kukuruzovic. In den noch verbleibenden Minuten war die Mannschaft aus dem Ländle sogar näher am Sieg als die Zürcher. Zu einem weiteren Tor von Messaoud fehlte nach 87 Minuten sehr wenig.

Punktemässig, aber auch leistungsmässig kristallisieren sich die Grasshoppers trotz des Unentschiedens als die vermutlich seriösesten Verfolger des verlustpunktlosen Meisters Basel heraus. Auch der Auftritt in Vaduz war ziemlich überzeugend. Das gegenüber der vergangenen Saison auf etlichen Positionen veränderte Team lieferte über weite Strecken den Beweis einer Stilsicherheit.

GC macht Druck

Zwar fingen die Grasshoppers knapp zwei Minuten nach dem Führungstor – Munas Dabbur hatte per Kopf einen Corner von Kim Källström verwertet – den Ausgleich ein, weil die gesamte GC-Abwehr Moreno Costanzo ein Solo vorführen und mit einem präzisen Flachschuss abschliessen liess. Was für andere Mannschaften ein Schreck mit Wirkung gewesen wäre, steckte GC aber weg, als wäre nichts gewesen. Die Zürcher spielten bis in die turbulente Schlussphase geduldig und dennoch recht druckvoll weiter. Das 2:1 kam bei der derzeitigen Verfassung der Mannschaft wie eine Selbstverständlichkeit. Der Franzose Yoric Ravet zog nach einem kurzen Doppelpass mit Dabbur kurz vor der Pause Richtung Strafraum und bezwang Goalie Peter Jehle sicher.

Dabbur (4 Tore), Ravet (3), Shani Tarashaj (5): GC verfügt über drei Spieler, die in den erst fünf Spielen der Saison je mindestens dreimal getroffen haben. Auch für andere Gegner als Vaduz sind die Zürcher derzeit schwer ausrechenbar.

Die weiterhin sieglosen Vaduzer zeigten eine löbliche Leistung; obwohl ihre Voraussetzungen längst nicht ideal gewesen waren. Trainer Giorgio Contini liess seine rekonvaleszenten und noch nicht für einen ganzen Match einsatzfähigen Schlüsselspieler Markus Neumayr und Franz Burgmeier rund eine Stunde lang auf der Bank. Nach deren Einwechslung kamen die Vaduzer einige Male gefährlicher vors Zürcher Tor als zuvor, und auch die Tore in der Schlussphase waren den Neuen zuzuschreiben.

Sion – Zürich 3:1 (2:1)

9700 Zuschauer. - SR San. - Tore: 14. Konaté (Pa Modou) 1:0. 20. Sadiku (Philippe Koch) 1:1. 38. Carlitos 2:1. 79. Konaté (Zeman) 3:1.

Sion: Vanins; Zverotic, Lacroix, Ziegler, Pa Modou; Salatic; Follonier (69. Zeman), Fernandes (64. Cichero), Kouassi, Carlitos (88. Assifuah); Konaté.

Zürich: Brecher; Nef, Grgic, Djimsiti; Philippe Koch, Cabral, Kukeli, Chermiti; Schneuwly (76. Bua), Gavranovic; Sadiku (68. Simonyan).

Bemerkungen: Sion ohne Christofi. Zürich ohne Alesevic, Brunner, Buff, Chiumiento, Kleiber, Schönbächler und Yapi (alle verletzt). 92. Gelb-rote Karte gegen Chermiti (Unsportlichkeit). Verwarnungen: 36. Grgic. 43. Fernandes (beide Foul). 43. Kouassi (Reklamieren). 46. Schneuwly. 55. Lacroix. 66. Djimsiti. 69. Kukeli (alle Foul). 80. Konaté (Unsportlichkeit). 83. Chermiti (Foul).

Vaduz – Grasshoppers 3:3 (1:2)

4123 Zuschauer. - SR Schnyder. - Tore: 22. Dabbur (Källström) 0:1. 24. Costanzo 1:1. 37. Ravet (Dabbur) 1:2. 77. Messaud 2:2. 79. Gjorgjev (Caio) 2:3. 81. Burgmeier (Kukuruzovic) 3:3

Vaduz: Jehle; Untersee, Stahel, Grippo, Aliji; Hasler (59. Neumayr), Muntwiler, Kukuruzovic; Costanzo (79. Ciccone)), Messaoud, Cecchini (59. Burgmeier).

Grasshoppers: Vasic; Lüthi, Barthe, Pnishi, Antonov; Basic, Källström; Ravet (74. Gjorgjev), Tarashaj (88. Sherko), Caio (79. Kamberi); Dabbur.

Bemerkungen: Vaduz ohne Caballero, Kuzmanovic, Schürpf, von Niederhäusern, Sutter (alle verletzt) und Kaufmann (rekonvaleszent). Grasshoppers komplett. Verwarnungen: 83. Ciccone (Foul).

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