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Kondom-Kontroverse

In Brasilien hat eine Kondom-Kampagne der Regierung zum Karneval eine Kontroverse mit der katholischen Kirche ausgelöst.

Auf deren Druck milderte die Regierung diese Woche ihren Slogan für die Anti-Aids-Kampagne ab.

Die Kontroverse begann im Dezember mit der Behauptung der Kirche, Kondome könnten Aids nicht verhindern. Das Gesundheitsministerium warf der Kirche darauf vor, sie stelle eine «Gefahr für das Leben der Menschen dar, die sich aus religiösem Gehorsam nicht mehr schützen».

Am vergangenen Dienstag lancierte die Regierung den Slogan «Schenke Glauben, verwende ein Präservativ». Jetzt zog Gesundheitsminister Humberto Costa den Werbespruch wieder zurück, weil er eine «Provokation» der Kirche darstelle.

Der Minister plädierte ersatzweise für die Formulierung «Durch ein Präservativ geht nichts hindurch. Verwende es und habe Vertrauen».

In den Printanzeigen der Kampagne soll ein in einem Kondom schwimmender kleiner Fisch zu sehen sein. Der geplante Fernsehspot zeigt einen Mann, der einem Geschlechtsgenossen während eines Karnevalstanzes die Undurchlässigkeit eines Kondoms demonstriert, indem er es mit Bier füllt.

Während der am 20. Februar beginnenden Karnevalszeit kennen die Brasilianer keine sexuellen Tabus. Die Regierung erinnert deshalb jedes Jahr mit einer Anti-Aids-Kampagne an die Gefahren der Immunschwäche und verteilt im ganzen Land Millionen Kondome. (sda)

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