Aktualisiert 17.03.2009 12:55

Der Papst und die Verhütung

«Kondome sind keine Antwort auf Aids»

Der Papst besucht zum ersten Mal Afrika: Er wolle «den ganzen Kontinent geistlich umarmen». In Sachen Kondome hat sich aber nichts geändert – damit könne man das Aids-Problem nicht lösen.

Papst Benedikt XVI. hat bekräftigt, er halte die Verteilung von Kondomen nicht für die richtige Antwort im Kampf gegen Aids. Damit könne man das Problem nicht lösen, sagte der Papst auf dem Flug nach Kamerun. «Im Gegenteil, es vergrössert das Problem», fügte er hinzu. Weshalb genau, sagte er aber nicht. Der Vatikan setzt sich im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit für sexuelle Enthaltsamkeit ein.

Erste Afrika-Reise

Der Papst brach am Dienstag zu einer siebentägigen Afrikareise auf, die ihn zunächst nach Kamerun und dann nach Angola führt. Es ist der erste Afrika-Besuch des 81-Jährigen als Oberhaupt der katholischen Kirche.

Benedikt will dem von Armut, Krieg und Krankheiten geplagten Kontinent eine Botschaft der Hoffnung vermitteln. Es gehe bei seiner Afrika-Reise nicht um «Politik». Vielmehr wolle er «den ganzen Kontinent geistlich umarmen» und die Katholiken dort im Glauben stärken.

20 Prozent Katholiken

Afrika ist fruchtbares Terrain für die katholische Kirche. Ihre Anhängerschaft wächst dort so stark wie kaum irgendwo sonst; fast 20 Prozent der Bevölkerung sind Katholiken. An Chancen, aber auch an Problemen mangelt es nicht. Der Papst dürfte sie bei seinen Treffen mit Bischöfen, mit Vertretern der muslimischen Gemeinschaft, des Gesundheitswesens und von Frauenrechtsorganisationen in Yaoundé und Luanda zur Sprache bringen.

Auch Gespräche mit Politikern sind geplant. Sowohl Kamerun als auch Angola sehen sich dem Vorwurf ausgesetzt, dass sich eine korrupte Elite an den Erdöleinnahmen bereichert, während die Bevölkerung verarmt.

Der Besuch in Afrika ist die elfte Auslandsreise des Papstes. Im Mai will er Jordanien und Israel besuchen.

(SDA/AP)

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