Attacken in SBB-Zügen: Kondukteure machen auf Gewalt im Zug aufmerksam
Aktualisiert

Attacken in SBB-ZügenKondukteure machen auf Gewalt im Zug aufmerksam

Nach der Attacke auf einen SBB-Zugsbegleiter vom Weihnachtstag in Gossau SG fordert der Schweizerische Eisenbahn-und Verkehrspersonal-Verband (SEV) von der SBB die sofortige Umsetzung von Sicherheitsmassnahmen. Das Zugspersonal trägt in der ganzen Schweiz Armbinden mit der Aufschrift «Stop Aggression».

Damit soll Solidarität mit jenen Zugbegleitern manifestiert werden, die Opfer von Übergriffen waren, heisst es in einer SEV-Mitteilung.

Die Angriffe auf Zugspersonal und Mitreisende beschäftigten das Zugspersonal schon das ganze Jahr. Trotz verschiedener Treffen mit den Spitzen der SBB und deren Ankündigung von Massnahmen, habe sich die Situation im Verlauf des Jahres weiter zugespitzt, kritisiert der SEV.

Der SEV fordert eine Doppelbegleitung in allen kritischen Situationen. Der von der SBB angekündigte Versuch in der Westschweiz habe wegen Personalmangel nur sehr eingeschränkt durchgeführt werden können, so dass auch keine brauchbaren Resultate vorlägen.

(sda)

SBB reagiert

Die SBB verstärken ihre Sicherheitsmassnahmen in den Zügen. In rund einem Jahr sollen Zugbegleiter in allen Zügen nur noch in Doppelbesetzung auftreten. In Problemzügen werden schon in wenigen Wochen Verstärkungen eingesetzt.

Diese Massnahmen seien nicht eine Folge der jüngsten Attacke auf einen SBB-Zugbegleiter vom Weihnachtstag in Gossau SG, sondern seit längerem geplant, sagte SBB-Sprecher Danni Härry am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Der Ausbau der Sicherheit lasse sich aber nicht einfach von heute auf morgen umsetzen.

In Problemzügen werden Zugbegleiter ab der zweiten Hälfte Januar/Anfang Februar neu von Securitas-Mitarbeitern begleitet. Die flächendeckende Doppelbesetzung soll laut Härry in rund einem Jahr umgesetzt werden.

Eine Zunahme der Gewalt in den Zügen stellt die SBB allerdings nicht fest. 2007 wurden total 230 Übergriffe auf Zugspersonal registriert. Bis Ende Oktober 2008 waren es 190. Die SBB rechnet bis Ende 2008 mit insgesamt 210 Übergriffen.

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