Kosovo : Konflikt zwischen KFOR und Serben wird blutiger
Aktualisiert

Kosovo Konflikt zwischen KFOR und Serben wird blutiger

Erneut ist der Streit um die Grenzübergänge zwischen dem Kosovo und Serbien handfest geworden. Dabei wurden zahlreiche Menschen verletzt.

Der Konflikt an der serbisch-kosovarischen Grenze geht weiter.

Der Konflikt an der serbisch-kosovarischen Grenze geht weiter.

Kurz vor dem Beginn neuer Gespräche zwischen Serbien und dem Kosovo unter EU-Vermittlung ist es an der Grenze beider Länder am Dienstag erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Dabei wurden mindestens acht Menschen verletzt.

NATO-Sprecher Oberstleutnant Kai Gudenoge sprach von einem Verletzten. Nach Spitalangaben wurden jedoch sieben Serben von Schüssen verletzt. Der Zwischenfall ereignete sich an einem Grenzübergang zu Serbien.

Ein Arzt sagte, einige der in das Krankenhaus von Mitrovica eingelieferten Verletzten hätten Schusswunden am Kopf, andere an Oberkörper und Beinen

Umstrittener Grenzübergang Jarinje

Die Zusammenstösse ereigneten sich an dem unruhigen Grenzübergang Jarinje im Norden des Kosovo. Das Gebiet ist seit Monaten Schauplatz von Feindseligkeiten zwischen Kosovaren und der dort lebenden serbischen Minderheit.

Erst am Morgen hatten NATO-Soldaten nahe dem Grenzübergang eine von serbischen Demonstranten errichtete Strassenblockade aufgelöst und fünf Menschen festgenommen. Sie wurden aber alle wieder freigelassen.

Als Reaktion auf den Einsatz der KFOR-Soldaten errichteten Serben in der Nähe der aufgelösten Strassenblockade daraufhin eine neue Sperre. Die KFOR-Truppen setzten Tränengas und Gummigeschosse ein, um die Menge von rund 1500 aufgebrachten Serben unter Kontrolle zu bringen, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Hintergrund der Vorfälle ist ein Handelsstreit zwischen Serbien und der einstigen serbischen Provinz Kosovo, die sich im Februar 2008 für unabhängig erklärt hatte.

Handelsstreit

Im Juli dieses Jahres hatte der Kosovo als Reaktion auf ein Einfuhrverbot von serbischer Seite ein Importverbot gegen serbische Waren verhängt. Daraufhin entbrannte ein Streit mit der serbischen Minderheit im Nordkosovo über die Kontrolle der Grenze. Erst Anfang September einigten sich beide Länder auf einen Freihandel.

Vor wenigen Tagen erst hatten kosovarische Polizisten und Mitglieder der EU-Polizei- und Justizmission im Kosovo (EULEX) dann den Grenzposten in Jarinje sowie einen weiteren in Brnjak übernommen. Aus Protest gegen die Polizeiaktion hatten die im Nordkosovo lebenden Serben die Zugänge zu den Grenzposten verbarrikadiert.

Noch am Dienstag sollten in Brüssel wieder Gespräche zwischen Vertretern beider Länder stattfinden, um die Spannungen im Nordkosovo in den Griff zu bekommen. Serbiens Chefunterhändler Borko Stefanovic zeigte sich besorgt angesichts der neuerlichen Vorfälle an der Grenze und rief die im Kosovo lebenden Serben zur Ruhe auf. (sda)

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