Kongo-Wahl: UNO mahnt zur Wachsamkeit
Aktualisiert

Kongo-Wahl: UNO mahnt zur Wachsamkeit

Nach den weitgehend friedlich verlaufenen Wahlen hat für den Kongo die Zeit des Wartens begonnen. Seit Sonntag seien bereits mehr als 60 Prozent der Stimmen ausgezählt worden, sagte der Leiter der Wahlkommission, Abbé Malu Malu.

Die ersten Ergebnisse sollten jedoch erst am 20. August verkündet werden. Malu sagte am Montag in Kinshasa, die Wahlkommission werde vor dem 20. August keine Teilergebnisse oder Tendenzen bekannt geben. Das offizielle Ergebnis soll demnach erst am 31. August vorliegen.

Die Verzögerung bei der Verkündung der Wahlergebnisse begründete der Kommissionsleiter mit den Ausmassen des Kongo: Das Land ist in etwa so gross wie ganz West-Europa; die Infrastruktur ist hingegen schlecht entwickelt.

«Die Wahlbeteiligung war sehr hoch», sagte Malu, nannte aber keine Zahlen. Nach Umfragen von Radio Okapi haben in einzelnen Orten zwischen 60 und 85 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

In der Provinz Kasai werde am Montag noch gewählt. Dort hatten Oppositionelle sieben Wahllokale niedergebrannt und zwei Lastwagen mit Wahlmaterialien geplündert. Mehr als 200 Wahllokale mussten auf dem Luftweg mit Ersatz-Stimmzetteln ausgestattet werden.

AU und UNO gratulieren

Die Afrikanische Union (AU) gratulierte den Menschen im Kongo «zu ihrer Geduld, ihrem Mut und ihrem Vertrauen in die Zukunft». Zugleich seien sie jedoch aufgerufen, am Ende auch das Wahlergebnis zu akzeptieren, erklärte AU-Kommissionspräsident Alpha Omor Konare.

Der politische Direktor der UNO-Friedensmission (MONUC), Albrecht Conze, mahnte im Deutschlandradio Kultur zu Wachsamkeit in den kommenden Wochen und Monaten. Da die Ungeduld der Wähler nun gross sei, könnten sich einige Kandidaten in den Wochen der Stimmauszählung vorschnell als Wahlsieger ausrufen.

Stichwahl am 29. Oktober

Die Regionalwahl und die voraussichtlich notwendige Stichwahl für die Präsidentschaft sind nach Angaben der Wahlkommission für den 29. Oktober geplant.

Mehr als 25 Millionen Kongolesen waren am Wochenende aufgerufen gewesen, ihren Präsidenten und das Parlament neu zu bestimmen. Präsident Joseph Kabila und Vizepräsident Jean-Pierre Bemba gelten als Favoriten. (sda)

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