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Fifa in ZürichKongress geht nach Bombendrohung weiter

Während der Mittagspause beim Fifa-Kongress ging per Telefon eine Bombendrohung ein. Nach rund eineinhalb Stunden geht die Vollversammlung jetzt weiter.

von
mr/dpa
Präsident Joseph Blatter spricht während der Eröffnung der Vollversammlung.

Präsident Joseph Blatter spricht während der Eröffnung der Vollversammlung.

Gegen den FIFA-Kongress in Zürich ist eine Bombendrohung eingegangen. Das bestätigte ein Sprecher der Stadtpolizei Zürich gegenüber der dpa. Die Drohung ging während der Mittagspause des Kongresses ein. FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke hatte die Delegierten zum sogenannten Lunch-Break gebeten. Anschließend mussten auch alle Medienvertreter ihren Arbeitsbereich verlassen. Nun geht der Kongress weiter zur Tagesordnung über.

Ob die Kongress-Teilnehmer wie vorgesehen wieder in das Hallenstadion nach Ende der Pause um 13.30 Uhr zurückkehren durften, blieb zunächst unklar. Die FIFA kündigte eine Stellungnahme an.

Wiederwahl Blatters sehr wahrscheinlich

Trotz des größten Skandals der Fifa-Geschichte wird Joseph «Sepp» Blatter heute zwischen 17.00 Uhr und 18.00 Uhr höchstwahrscheinlich zum fünften Mal zum Präsidenten des Fußballweltverbandes gewählt. Oder doch nicht?

Mittlerweile gaben die Verbände der USA, Kanada, Australien und Neuseeland via Twitter bekannt, dass sie für Blatters Kontrahenten, Prinz Ali, stimmen werden. "Wir haben uns nach einem Treffen für eine Wahl von Prinz Ali entschieden, da wir die derzeitige Führung der Fifa nicht unterstützen können", schrieb Victor Montagliani, Chef des kanadischen Fußballverbandes.

Beim Kongress in Zürich am Freitag wäre alles andere als die abermalige Kür des 79-jährigen Schweizers eine Sensation. Doch bevor es zum spannendsten Programmpunkt der Fifa-Vollversammlung kommt, stehen noch ein paar andere heikle Themen auf der Tagesordnung, mit denen sich die alten Herren der Fußballwelt befassen müssen.

Weihnachtsfinale 2022

Die Fifa beschloss bereits am Morgen des Kongresses, dass das WM-Finale 2022 in Katar am vierten Advent stattfinden wird. Das umstrittene Turnier wird damit vom 21.November 2022 bis 18. Dezember gehen und an Weihnachten enden.

DFB-Chef zieht in die "Fifa-Regierung" ein

Als Nachfolger von Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger wird Wolfgang Niersbach in das Fifa-Exekutivkomitee aufgenommen. Der 64-Jährige DFB-Präsident war von den Delegierten der Uefa für das Amt bestimmt worden. Niersbach lässt sich eine Übernahme des Sitzes bei einer Wiederwahl Blatters zwar offen, ein sofortiger Rückzug ist allerdings kaum zu erwarten. Seine erste wichtige Entscheidung könnte dann das Ringen um die Anzahl europäischer Startplätze bei der WM 2018 sein.

Palästina versus Israel

Der Verband Palästinas verlangt, dass Israel aus dem Weltverband ausgeschlossen wird, da palästinensische Spieler in ihrer Bewegungsfreiheit behindert worden sein sollen. Die benötigte Dreiviertelmehrheit dürfte der Antrag bei der Abstimmung zwar nicht bekommen, dass Blatter dieses Politikum allerdings auch durch Besuche bei Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nicht beenden konnte, spricht nicht gerade für seine diplomatischen Qualitäten..

Neuer Chefermittler

Nach dem Rückzug von Michael Garcia wird ein neuer Chefermittler der Fifa-Ethikkommission bestimmt. Garcia hatte die Ermittlungen zu möglichen Korruptionsfällen bei der Vergabe der WM 2018 an Russland und 2022 an Katar geleitet. Gegen den Zwischenbericht seines 430 Seiten umfassenden Reports hatte er Einspruch eingelegt. Dieser war von der Fifa-Berufungskommission abgewiesen worden. Garcia war daraufhin von seinem Posten zurückgetreten.

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