Konjunktur durch Export angekurbelt
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Konjunktur durch Export angekurbelt

Die deutsche Wirtschaft erholt sich spürbar: Erstmals seit drei Jahren erwarten die Unternehmen wieder ein nennenswertes Wirtschaftswachstum. Dies ist auf den Export zurückzuführen.

Dies ist das Ergebnis der Frühjahrsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die am Dienstag in Berlin präsentiert wurde. Der DIHK hält für 2004 ein Wachstum von bis zu zwei Prozent für möglich.

Die Exportwirtschaft sei der Motor des konjunkturellen Aufschwungs, erklärte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Die Ausfuhren würden 2004 deutlich zulegen. Allerdings könne der schwache US-Dollar zum Problem werden. Derzeit übertreffe allerdings der Sog der Auslandsnachfrage deutlich die bremsende Wirkung des hohen Euro.

Die DIHK-Umfrage bei 25.000 Unternehmen mache aber auch deutlich, dass weiterhin keine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt zu erwarten sei. Die Firmen hielten sich mit Neueinstellungen zurück. Gerade einmal zehn Prozent der Unternehmen wollten zusätzlich Personal einstellen, sagte Wansleben. Hingegen wollten 30 Prozent der Firmen ihre Belegschaft weiter reduzieren. Der DIHK gehe daher von einem Minus von 100.000 Beschäftigten im Jahresdurchschnitt aus.

Die Planung der Unternehmen deute aber erstmals seit vier Jahren eine verbesserte Investitionsbereitschaft an. Allerdings sei die Nachfrage nach Investitionsgütern 2004 kein Zugpferd für das Wirtschaftswachstum, sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Die Reformen der Regierung hätten Deutschland als Wirtschaftsstandort nicht grundlegend attraktiver gemacht. Selbst die optimistisch gestimmte Exportindustrie plane nicht, hierzulande ihre Kapazitäten auszuweiten. Wansleben forderte weitere Steuerentlastungen und eine tief greifende Reform der Sozialversicherungen.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim korrigierte indes seine Konjunkturerwartungen etwas nach unten. Der ZEW-Konjunkturindex, der auf der Befragung von rund 300 Analysten basiert, sei von 72,9 Punkten im Januar auf 69,9 Punkte im Februar gefallen. Die dauerhafte Euro-Stärke scheine den befragten Experten allmählich Sorge zu bereiten, hiess es.

(dapd)

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