Konjunkturdaten helfen US-Börsen
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Konjunkturdaten helfen US-Börsen

Nach positiven Konjunkturdaten und einer robusten Quartalsbilanz aus der Chip-Branche haben die US-Börsen deutlich fester geschlossen.

Ein überraschendes Wachstum der Einzelhandelsumsätze im Januar milderte Sorgen vor einer Rezession.

Das Halbleiterunternehmen Applied Materials stärkte mit seinen Zahlen Technologiewerte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 1,5 Prozent auf 12.552 Punkte. Er war im Verlauf zwischen 12.368 und 12.573 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 legte 1,4 Prozent auf 1367 Zähler zu.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,3 Prozent auf 2374 Punkte. Von den Konjunkturdaten aus den USA profitierte auch der Deutsche Aktienindex (DAX), der nach einer Berg- und Talfahrt um 0,1 Prozent höher bei 6974 Zählern schloss.

Erholung bei Autoverkäufen

Die US-Einzelhändler hatten im Januar 0,3 Prozent mehr in den Kassen als im Vormonat. Analysten hatten mit einem Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet. Grund für den Anstieg war vor allem die Erholung bei den Autoverkäufen sowie der Benzinabsatz.

Aber auch ohne Berücksichtigung von Autos stieg der Umsatz mit 0,3 Prozent stärker als erwartet. Die Umsätze im Einzelhandel gelten als wichtiger Indikator für die weltgrösste Volkswirtschaft, die zu etwa zwei Dritteln vom privaten Konsum abhängt.

«Die Zahlen stärken die Position derjenigen, die sagen, dass wir um eine Rezession herumkommen», sagte Jim Awad von W.P. Stewart & Co. Man dürfe sich aber nicht zu früh freuen und müsse weitere Konjunkturdaten abwarten, mahnte er zur Vorsicht.

Die Einzelhandelsdaten stützten vor allem Industriewerte, die besonders konjunkturabhängig ist. So stieg der Aktienkurs des US- Mischkonzerns 3M um 2,9 Prozent.

Robuste Zahlen

Zur guten Stimmung am Markt trugen auch unerwartet robuste Quartalszahlen des Chipausrüsters Applied Materials bei. Die Aktie schnellte um 10,2 Prozent in die Höhe und zog andere Technologietitel mit. Das Unternehmen hatte am Vorabend einen höher als erwarteten Gewinn vor Sonderposten ausgewiesen.

Yahoo-Titel verteuerten sich um 1,1 Prozent. Der zweitgrösste Aktionär des Internetkonzerns hatte Microsoft zur Aufstockung seines Übernahmeangebots von bislang 42 Milliarden Dollar aufgefordert.

Milliardenverlust

Der US-Hypothekenversicherer MGIC dagegen enttäuschte die Anleger mit einem Milliardenverlust. MGIC-Chef Curt Culver erklärte, sollte sich das Umfeld nicht verbessern, dürfte auch 2008 einen Verlust mit sich bringen. Der Aktienkurs rutschte 11,1 Prozent nach unten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,41 Milliarden Aktien den Besitzer. 2083 Werte legten zu, 1079 gaben nach und 72 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,19 Milliarden Aktien 2154 im Plus, 805 im Minus und 104 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 18/32 auf 98-2/32. Sie rentierten mit 3,732 Prozent. Die 30- jährigen Bonds sanken 42/32 auf 97-11/32 und hatten eine Rendite von 4,538 Prozent.

(sda)

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