Verfahren neu aufgerollt: Konkurrent soll Alex Wilson reingelegt haben – reichts für Doping-Freispruch?
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Verfahren neu aufgerolltKonkurrent soll Alex Wilson reingelegt haben – reichts für Doping-Freispruch?

Am Mittwoch fällt womöglich die Entscheidung im Doping-Prozess um den Basler Leichtathleten Alex Wilson. Was ihm vorgeworfen wird und wie er sich dagegen wehrt.

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Sehen wir Alex Wilson je wieder in Action?

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Der Sprinter wurde vergangenen Sommer wegen eines angeblichen Doping-Vergehens gesperrt. 

Der Sprinter wurde vergangenen Sommer wegen eines angeblichen Doping-Vergehens gesperrt. 

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Nun kämpft der mittlerweile 31-Jährige darum, seine Unschuld zu belegen.

Nun kämpft der mittlerweile 31-Jährige darum, seine Unschuld zu belegen.

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Darum gehts

Er ist seit einem Jahr ausser Gefecht gesetzt. Wegen eines Doping-Vergehens wurde der Schweizer Sprinter Alex Wilson im Juli 2021 gesperrt. Das Problem: In seinem Blut wurde ein erhöhter Wert des anabolen Steroids Trenbolon festgestellt. In den Wochen vor den Olympischen Spielen in Tokio folgte deshalb ein turbulenter Juristen-Krimi, der mit einer provisorischen Sperre für Wilson seinen Cliffhanger fand.

Dies, weil die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada und der Leichtathletik-Verband gegen die zwischenzeitliche Aufhebung der Sperre durch Swiss Olympic Rekurs eingelegt hatten. Am Mittwoch wird der Fall von der Disziplinarkammer von Swiss Olympic nun neu aufgerollt. Die Geschehnisse der nächsten Tage: offen.

Neuer Erklärungsansatz

Offen, weil schwer abzusehen ist, inwiefern Wilsons neue Erklärung funktioniert. Der 200m-Spezialist macht laut der «Aargauer Zeitung» neu nicht mehr den exzessiven Fleischkonsum für die erhöhten Trenbolon-Werte verantwortlich, sondern das Zutun eines Konkurrenten, der ihm die Substanz irgendwie untergejubelt haben soll. Diese Version wurde auch von Insidern gegenüber «Blick» bestätigt.

Eine Probe von Barthaaren soll zudem belegen, dass Trenbolon nicht regelmässig eingenommen worden sei. So oder so: Swiss Sports Integrity (ehemals Antidoping Schweiz) fordert eine vierjährige Sperre für Wilson, was für den bald 32-Jährigen wohl das Karriereende bedeuten würde. Dabei handelt es sich um die Standard-Strafe für ein solches Vergehen. Wilson zeigt sich gegenüber «Blick» dennoch zuversichtlich: «Ich bin sicher, dass ich freigesprochen werde.»

Definitiver Entscheid noch dieses Jahr?

Offen ist auch, wann entschieden wird. Es ist durchaus möglich, dass bereits am Mittwoch ein Entscheid kommuniziert wird. Genauso könnte es aber auch sein, dass sich die Verhandlung länger hinzieht. Diese würde nicht am Folgetag weitergeführt, sondern zu einem späteren Zeitpunkt neu angesetzt werden.

Aber auch bei einem Verdikt von Swiss Olympic ist noch nicht aller Tage Abend. Beide Parteien haben die Möglichkeit, den Entscheid an den Internationalen Sportgerichthof in Lausanne (CAS) weiterzuziehen. Ein Schritt, den wohl beide Seiten in Betracht ziehen werden. Dann würde im Kalenderjahr 2022 die Sache noch nicht gegessen sein.  

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(sih)

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