Luzern: Konkurs gegen Metro Luzern eröffnet
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LuzernKonkurs gegen Metro Luzern eröffnet

Mit einer Metro wollten Private Luzern vom Car-Verkehr entlasten. Nun wurde der Konkurs über die Holding eröffnet. Doch die Initianten zeigen sich kämpferisch.

von
Daniela Gigor
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So soll die Metro der Stadt Luzern aussehen.

So soll die Metro der Stadt Luzern aussehen.

Axel Brombeiss
Wegen des zunehmenden Car-Verkehrs soll die Metro den Schwanenplatz entlasten.

Wegen des zunehmenden Car-Verkehrs soll die Metro den Schwanenplatz entlasten.

Metro Luzern
Das Parkhaus ist im Gebiet des Autobahnanschlusses Emmen Süd geplant.

Das Parkhaus ist im Gebiet des Autobahnanschlusses Emmen Süd geplant.

Metro Luzern

Ein Blick ins Handelsregister zeigt, dass über die Metro Luzern Holding AG am 11. September 2015 der Konkurs eröffnet worden ist. Inhaber der betroffenen AG ist der Ruswiler Immobilienkaufmann Franz Zihlmann, der gemeinsam mit Marcel Sigrist die Führungscrew des Luzerner Metro-Projekts bildet.

Trotz dieser Hiobsbotschaft will Sigrist nichts von einem Aus des Metro-Projekts wissen: «Wir werden die Idee mit anderen Investoren weiter verfolgen. Ausserdem ist der Konkurs noch nicht rechtsgültig.» Laut Sigrist hatte Zihlmann die Projektstudie eingeleitet und auch finanziert: «Wir wissen schon lange, dass er nicht auf Ewig das Vorhaben finanzieren kann.»

Die weiteren Investoren, die zum aktuellen Zeitpunkt nicht namentlich genannt werden wollen, würden bei Fuss stehen und nur darauf warten, dass Politiker das Metro-Vorhaben unterstützen. «Unser Projekt geht in die richtige Richtung und wir warten nun ab, bis der Stadtrat einsieht, dass sein bevorzugtes Parkhaus Musegg ein Leerlauf ist», sagt Sigrist weiter. Der Luzerner Stadtrat hat seine Meinung über das Metro-Projekt allerdings bisher nicht geändert. «Der Stadtrat hat im Juli 2014 Stellung bezogen und den privaten Initianten empfohlen, das Projekt nicht mehr weiter zu bearbeiten», sagt Roland Koch, Verkehrsingenieur der Stadt auf Anfrage von 20 Minuten.

Zehn Tage Zeit für eine Beschwerde

Franz Zihlmann wollte sich am Montag nicht persönlich zur Konkurseröffnung äussern. Fakt ist: Ab der Zustellung des Konkursdekrets verbleiben ihm insgesamt zehn Tage Zeit, um Beschwerde beim Kantonsgericht einzureichen und aufschiebende Wirkung zu verlangen. Dann würde das Verfahren suspendiert, bis das Kantonsgericht einen Entscheid gefällt hat. Ob Zihlmann Beschwerde einreichen wird, ist noch offen. «Die Frist ist noch nicht abgelaufen», sagt Sandra Winterberg, Informationsbeauftragte der Luzerner Gerichte.

Die geplante Metro soll die Stadt vom Car-Verkehr entlasten. Wie im Mai 2014 mitgeteilt wurde, will ein Kaufmann aus dem Kanton Zug die gesamten 400 Millionen Franken für die Metro finanzieren. Das Vorhaben soll den Schwanenplatz mit einer Parkhausanlage im Gebiet des Autobahnanschlusses Emmen Süd verbinden. Diese soll Platz für 3500 Autos und 150 Cars bieten. Damals schätzte Zihlmann optimistisch, die Bauarbeiten könnten im «Verlauf des Jahres 2016» beginnen.

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