Trikot-Lieferant klagt: Konkursantrag gegen Servette gestellt

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Trikot-Lieferant klagtKonkursantrag gegen Servette gestellt

Nach mehreren leeren Drohungen wird nun doch Antrag auf Konkurseröffnung gegen den FC Servette-Genf gestellt. Präsident Majid Pishyar will den Klub offenbar verkaufen.

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Servette-Präsident Majid Pishyar gerät nun so richtig unter Druck. (Bild: Keystone)

Servette-Präsident Majid Pishyar gerät nun so richtig unter Druck. (Bild: Keystone)

Zwei Wochen hatte Servette Zeit, sich der Konkurseröffnung zu entziehen. Immer wieder wurden die Gläubiger vertröstet, erst im letzten Moment wurde jeweils Geld überwiesen. Die Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung liess die Gläubiger über die Schmerzgrenze gehen. Nun hat der Trikot-Lieferant aber offenbar die Geduld verloren.

Die Firma «GIB Sportswear», die Servette die Trikots liefert, wird gemäss der «Tribune de Genève» einen Antrag auf Konkurseröffnung ohne vorgängige Betreibung gegen den Super-League-Klub stellen. «GIB hat alles getan, um eine Lösung zu finden und um diesen extremen Schritt zu vermeiden, aber die Firma ist ebenfalls in finanziellen Schwierigkeiten», erklärt Christophe Gal, der Genfer Anwalt von GIB.

Pishyar will Servette verkaufen

Wie wird Servette-Präsident Majid Pishyar auf die neue Hiobsbotschaft reagieren? Der Iraner, der noch immer in New York weilt, spielt offenbar seit längerem mit dem Gedanken, den Super-League-Klub zu verkaufen. «Alle Türen stehen offen, um den Klub zu retten», sagte Servette-Sprecher Shahïn Ammane am Mittwoch. Doch wer kauft schon einen maroden Fussballklub?

Der Verein «Association SFC», der von einigen Mitgliedern des Gönnervereins «Club des 100» ins Leben gerufen wurde, möchte versuchen, Servette zu retten. 2,5 Millionen Franken sollen gesammelt werden, um die Schulden des Klubs zu bezahlen und die aktuelle Saison beenden zu können. Momentan steht Servette mit ungefähr 1,7 Millionen Franken in der Kreide.

Noch vor zwei Wochen hatte Pishyar den Konkursantrag anderer Gläubiger durch eine Teilzahlung abgewendet. Damals hatten unter Führung der Reinigungsfirma «Cleantonic» zehn Gläubiger insgesamt eine Million Franken von Servette verlangt.

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