Bei Rot über Ampel: «Konnte die Kinder gerade noch zurückziehen»

Aktualisiert

Bei Rot über Ampel«Konnte die Kinder gerade noch zurückziehen»

Der Schulweg für viele Pratteler (BL) Schüler ist hoch gefährlich: Regelmässig werden sie beinahe überfahren, weil ein Rotlicht notorisch missachtet wird, klagen Anwohner.

von
cz

Einwohnerrat Mauro Pavan (SP) erklärt, warum der Fussgängerstreifen gefährlich ist. (Video: 20 Minuten)

Beim Fussgängerstreifen auf der Kreuzung Oberenmattstrasse/Schlossstrasse in Pratteln kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen mit Kindern. Autofahrer ignorieren hier regelmässig das Rotlicht, wie besorgte Eltern beobachten. Über diesen Fussgängerstreifen gehen jeden Tag dutzende Kinder auf ihrem Weg in den Kindergarten und in die Primarschule. Und: Die Gemeinde schaue tatenlos zu, so die Kritik.

Nadja Pavan, Mutter von zwei Kindern (5, 3), schreibt auf der Facebookgruppe «Du bisch vo Prattele wenn...»: «Ich stand mit einigen Kindern und einem Vater am Fussgängerstreifen, ein Auto näherte sich. Der Fahrer machte keine Anstalten anzuhalten und fuhr einfach über den Streifen». Kein Einzelfall: «Schon mehrere Male war ich dabei, als Autofahrer bei dieser Ampel über Rot fuhren und ich Kinder gerade noch zurückziehen konnte.»

Ins Auto gerannt

Karin Bosshard, die in Pratteln ein Bed & Breakfast führt, wurde auch schon Zeugin eines lebensgefährlichen Vorfalls: «Vor einem Jahr sah ich, wie eine Autofahrerin bei Rot über den Fussgängerstreifen fuhr. Ein Kind rannte in die Seite des Autos, prallte zurück und blieb verdattert stehen. Die Autofahrerin fuhr zögerlich weiter, hielt dann auf dem Trottoir an, wartete einige Sekunden ohne auszusteigen und fuhr dann einfach davon.»

Nadja Pavans Ehemann Mauro Pavan (SP) ist Einwohnerrat in Pratteln. An der Einwohnerratssitzung vom 18. Dezember 2017 forderte er einen Blitzer an der gefährlichen Stelle. Aus Kostengründen wurde die Forderung abschlägig beantwortet. Gemeinderat Urs Hess (SVP): «Die Richtofferte liegt bei 95'000 Franken für eine Blitzanlage, das ist zu viel für die Gemeinde, wir müssen darauf verzichten.»

Blitzer per Motion erzwingen

Damit wollen sich die besorgten Eltern nicht abspeisen lassen. Einwohnerrat Mauro Pavan überlegt nun, ob er die Radaranlage mittels Motion einfordern will: «Die nächste Sitzung der SP-Fraktion findet am 22. Januar statt. Dort werden wir entscheiden, ob wir die Beschaffung der Radaranlage mittels Motion zu erzwingen versuchen. Die Sicherheit, nicht nur unserer Kinder, ist mir wichtig.»

Pavans Parteikollegin und Gemeinderätin Eva Keller unterstützt das Anliegen, wie sie auf Anfrage mitteilte. Sie hofft, dass der Blitzer überparteilich Zustimmung finden wird.

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