Femizid in Zürich-Altstetten - A.A. kriegte am Tag der Tat Kontakt- und Rayonverbot zur getöteten Ehefrau
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Femizid in Zürich-Altstetten A.A. kriegte am Tag der Tat Kontakt- und Rayonverbot zur getöteten Ehefrau

Die am Mittwoch in Zürich-Altstetten getötete 30-jährige Frau war zweifache Mutter. Der Ehemann gilt als dringend tatverdächtig.

von
Lynn Sachs
Michelle Muff
Monira Djurdjevic

In Zürich-Altstetten wurde eine Frau niedergestochen.

Video: 20min/BRK News

Darum gehts

  • Im Zürcher Kreis 9 wurde eine 30-jährige Frau mit Stichverletzungen gefunden.

  • Laut der Stadtpolizei Zürich verstarb sie noch vor Ort.

  • Der mutmassliche Täter stellte sich schwer verletzt der Polizei. Für ihn wurde U-Haft beantragt.

Bei der Getöteten in Zürich-Altstetten handelt es sich um die 30-jährige Mutter F.A.* Die Polizei nahm den dringend tatverdächtigen Ehemann, einen 46-jährigen Türken, fest. Eine Anwohnerin kannte F.A. persönlich. «Wir waren befreundet. Sie kam regelmässig mit ihren Kindern zu mir und hat mir manchmal auch Geschenke mitgebracht. Sie war wirklich ein sehr lieber Mensch», erzählt die Frau. Auch A.A.* habe sie gekannt. «Er war gewalttätig und hat sie oft geschlagen. Deshalb hat sie ihn verlassen.» Vor einem Jahr sei der 46-Jährige dann ausgezogen. «Er kam weiterhin vorbei. Dann gab es oft Streit. Sie hat seinetwegen mehrmals die Polizei gerufen.»

Laut einem Anwohner kam es Tage vor der Tat zu einem Polizeieinsatz. Bei der Stadtpolizei Zürich bestätigt man einen Polizeieinsatz am Samstag. «Eine Patrouille rückte nach der Meldung eines Streits aus, traf vor Ort den mutmasslichen Täter nicht an», sagt Medienchefin Judith Hödl. Im Zuge der Befragungen wurde am Mittwoch ein Rayon- und Kontaktverbot gegen den mutmasslichen Täter ausgesprochen. Laut der Zürcher Staatsanwaltschaft gibt es seit Juni ein hängiges Verfahren gegen den verhafteten 46-jährigen Türken wegen des Vorwurfs von Drohungen zum Nachteil seiner inzwischen verstorbenen Ehefrau.

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Die Polizei nahm den Ehemann der getöteten 30-jährigen Frau fest.

Die Polizei nahm den Ehemann der getöteten 30-jährigen Frau fest.

Facebook
Er gilt als dringend tatverdächtig.

Er gilt als dringend tatverdächtig.

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Hier soll der mutmassliche Täter auf die 30-jährige F.A. eingestochen haben.

Hier soll der mutmassliche Täter auf die 30-jährige F.A. eingestochen haben.

20min/sac

Ein Nachbar hörte laute Schreie am Mittwochabend, wie er am Donnerstag gegenüber 20 Minuten sagte. «Als ich nachschaute, sah ich, wie ein Mann beim Hauseingang mit einer Frau stritt. Dann schubste er sie die Treppe hinunter und stach mit einem Messer auf sie ein.» Laut der Stadtpolizei Zürich wurde der Einsatzzentrale am Mittwochabend gemeldet, dass eine Frau im Bändliquartier im Kreis 9 um Hilfe ruft. Vor Ort trafen die Einsatzkräfte auf eine bewusstlose Frau mit Stichverletzungen. Trotz Reanimationsversuchen verstarb die 30-jährige Frau noch vor Ort.

Wie die Kantonspolizei Zürich in einer Mitteilung schreibt, hatte sich der 46-jährige Türke nach der Tat schwer verletzt der Polizei gestellt. Laut der Zürcher Staatsanwaltschaft wurde für den 46-Jährigen U-Haft beantragt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

*Name der Redaktion bekannt

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

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Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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