Aktualisiert 05.08.2008 17:30

Kontaktfreudige Tessiner

Fast 1000 Tessiner Studenten gibts in Zürich. Unser Verein ASTAZ zählt mehr als 400 Mitglieder, ist Bezugspunkt für alle italienischsprachigen Studenten und organisiert ständig vielfältige Veranstaltungen wie Kinoabende, Museumsbesich­tigungen, Sportturniere, Infotage für Maturanden, ­Karaokeevents und natürlich auch Partys.

Auch wir sind ganz normale Studenten: Wir leiden unter Prüfungsstress, dem begrenzten Budget und dem Freitagmorgen-Hangover. Und sei es in Zürich, Bern, Freiburg, Basel oder in anderen Uni-Städten der Schweiz, Tessinerpartys sind auch unter Deutschschweizern sehr bekannt und beliebt. Da sind auch Nicht-Tessiner willkommen.

Leider kommt für uns das Sprachproblem hinzu. Schon mit der deutschen Sprache hat der durchschnittliche Tessiner etwas Mühe, aber mit dem ersten «mit Gmües odr ohni?» kann er zunächst gar nichts anfangen. Zum Glück werden alle Vorlesungen auf Hochdeutsch oder Englisch gehalten. Doch manchmal traut sich niemand, die Hand zu strecken, wenn der Assistent die obligate Frage stellt: «Verstönd alli Dütsch, gell?»

Von Tessinern wird manchmal gesagt, dass sie immer unter sich bleiben und keine anderen Leute kennen. Das stimmt natürlich nicht: Haben wir die Sprachbarriere einmal überwunden, sind wir sehr kontaktfreudig und offen. Manchen gelingt es sogar, ein bisschen im Dialekt zu plaudern.

Spaghetti kochen wir nicht 20, sondern nur acht Minuten lang und Apfelmus kommt für uns ausschliesslich als Dessert auf den Tisch. Doch trotzdem kommen wir mit der deutschschweizerischen Kultur gut zurecht.

Übrigens: Vom oft erwähnten Heimweh kann nun wirklich nicht die Rede sein. ­Viele von uns bleiben monatelang in Zürich, ohne dabei auch nur einmal ins sonnige Tessin zurückzukehren.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.