Postfinance will Gebühren erhöhen: Kontoinhaber sollen 20 Franken mehr zahlen
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Postfinance will Gebühren erhöhenKontoinhaber sollen 20 Franken mehr zahlen

Die Postfinance bittet ihre 2,5 Millionen Kunden zur Kasse. Zudem soll die Post als Eigentümerin keine Dividende mehr erhalten.

von
scl
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Nach der Ankündigung eines grossen Stellenabbaus will die Postfinance nun auch die Gebühren erhöhen. Das Unternehmen plant Aufschläge in der Dimension von total gegen 50 Millionen Franken.

Nach der Ankündigung eines grossen Stellenabbaus will die Postfinance nun auch die Gebühren erhöhen. Das Unternehmen plant Aufschläge in der Dimension von total gegen 50 Millionen Franken.

Keystone/Peter Schneider
In die Schlagzeilen geraten war die Postfinance 2018 unter anderem aufgrund technischer Störungen. Im Rahmen einer Software-Umstellung waren Kunden fälschlich negative Kontostände angezeigt worden. «In unserem System waren die Kontostände aber immer richtig. Dieser Fehler ist mittlerweile behoben», heisst es bei der PostFinance.

In die Schlagzeilen geraten war die Postfinance 2018 unter anderem aufgrund technischer Störungen. Im Rahmen einer Software-Umstellung waren Kunden fälschlich negative Kontostände angezeigt worden. «In unserem System waren die Kontostände aber immer richtig. Dieser Fehler ist mittlerweile behoben», heisst es bei der PostFinance.

Zudem gab es Pannen bei der E-Banking-Lösung E-Finance. Das System fiel teilweise komplett aus. oder lief instabil.

Zudem gab es Pannen bei der E-Banking-Lösung E-Finance. Das System fiel teilweise komplett aus. oder lief instabil.

Keystone/Christian Beutler

Die Postfinance will ihre Ertragslage mit höheren Kunden-Gebühren verbessern. Das Tochterunternehmen der Post plant nach Angaben seines Chefs Aufschläge in der Dimension von total gegen 50 Millionen Franken. Das wären im Schnitt gegen 20 Franken mehr pro Kunde.

«Wir sparen nicht nur beim Personal, wir sehen uns auch gezwungen, Gebührenerhöhungen vorzunehmen», sagte Postfinance-Chef Hansruedi Köng in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» vom Freitag. Auf die Frage, ob die Gebührenerhöhung so viel einbringen soll wie die angekündigten Personalkürzungen - also rund 50 Millionen Franken - sagte er: «Das wird sicherlich in dieser Dimension sein».

Genaue Pläne noch nicht bekannt

Postfinance zählt rund 2,5 Millionen Kunden. Welche Produkte teurer werden, und ob auch die Gratis-Konti davon betroffen sind, sagte Köng nicht. Die genauen Pläne will die Bank «im dritten oder vierten Quartal» bekannt geben.

Den Sparkurs von Postfinance zu spüren bekommen soll auch die Eigentümerin, die Post. «Für das laufende Geschäftsjahr und die darauf folgenden Jahre rechne ich damit, dass die Dividende ausfallen wird», sagte Köng weiter. Man könne nicht Stellen im geplanten Ausmass abbauen und gleichzeitig eine Dividende an den Eigner auszahlen.

Grosser Stellenabbau geplant

Postfinance reichte im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Bilanzgewinn von 136 Millionen Franken als Dividende an die Post weiter. Das Mutterunternehmen wiederum lieferte im letzten Jahr 200 Millionen Franken als Dividende beim Bund ab.

Postfinance hatte am Dienstag aus Kostengründen den Abbau von bis zu 500 Vollzeitstellen bis Ende 2020 bekanntgegeben. Der Post-Tochter im Bankengeschäft machen laut eigenen Angaben unter anderem wegen den Niedrigzinsen gesunkene Einnahmen und gesetzliche Regulierungen zu schaffen. (scl/sda)

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