20.11.2018 08:48

Kontrastprogramm zu Strand und Sangria

Natur und Ursprünglichkeit – findet man das noch auf Teneriffa, der touristischsten der Kanarischen Inseln?

von
Laura Hüttenmoser
20.11.2018
La Laguna liegt im Norden Teneriffas und war bis 1822 die Hauptstadt und das politische Zentrum der Insel.

La Laguna liegt im Norden Teneriffas und war bis 1822 die Hauptstadt und das politische Zentrum der Insel.

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Die Vergangenheit ist bei einem Spaziergang durch die Altstadt überall spürbar, wenn man an historischen Gebäuden, herrschaftlichen Adelspalästen und reich verzierten Kirchen vorbeikommt.

Die Vergangenheit ist bei einem Spaziergang durch die Altstadt überall spürbar, wenn man an historischen Gebäuden, herrschaftlichen Adelspalästen und reich verzierten Kirchen vorbeikommt.

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1999 erklärte die Unesco La Laguna zum Weltkulturerbe.

1999 erklärte die Unesco La Laguna zum Weltkulturerbe.

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Charakterlose Hotelburgen, Poollandschaften und überfüllte Strände: Dieses Bild haben viele von Teneriffa. Auf den Süden der Kanarischen Insel mag das durchaus zutreffen. Seit den 196oer-Jahren landen hier Charterflugzeuge und der Tourismus entwickelte sich zum wichtigsten Wirtschaftszweig. Fünf Millionen Feriengäste besuchen Teneriffa jedes Jahr – mehr als jede andere Insel der Kanaren. Die meisten von ihnen kommen wegen des ganzjährigen Badewetters und bleiben an den Stränden wie Playa de las Américas oder Los Cristianos.

Wandern im Märchenwald

Doch es gibt sie noch, die ursprünglicheren Orte, an denen man kaum auf Touristen trifft, wo authentisches Essen serviert und Spanisch gesprochen wird. Das Anagagebirge liegt im Nordosten der Insel und ist ein Paradies für Naturliebhaber. Die Vegetation ist dank dem feuchten, subtropischen Klima üppig und immergrün – und kontrastiert damit stark zum trockenen, wüstenähnlichen Süden.

Am besten erkundet man die Gegend auf einer Wanderung: Zahlreiche Wege sind ausgeschildert und führen vorbei an wilden Schluchten, abgelegenen Bergdörfern und durch verwunschene Landschaften wie den Lorbeerwald. Wenn hier der Nebel in den Bäumen hängt, während man an moosbewachsenen Steinen und mannshohem Farn vorbeikommt, fühlt man sich wie in einer Märchenwelt. Neben den teilweise 30 Meter hohen Lorbeerbäumen stösst man auf andere Pflanzen, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Damit man nicht blindlings durch die einzigartige Umgebung trottet, lohnt es sich, einen lokalen Guide dabeizuhaben, der einem mehr über Fauna und Klima erzählt.

Lebendige Studentenstadt

Als Ausgangspunkt für Ausflüge ins Anagagebirge eignet sich die Universitätsstadt La Laguna. 25'000 Studenten kommen hier auf etwa 150'000 Einwohner. Junge Kanaren, die studieren wollen, können sich zwischen dieser und der Universität in Las Palmas auf Gran Canaria entscheiden. Für einen Studiengang auf dem Festland Spaniens erhalten sie nur ein Stipendium, wenn sie einen Studiengang belegen wollen, der in La Laguna oder Las Palmas nicht angeboten wird.

La Laguna, offiziell San Cristóbal de la Laguna, war lange die Hauptstadt von Teneriffa und damit das politische und geistige Zentrum der Insel. Der alte, schachbrettartige Stadtkern mit engen Gassen und zahlreichen historischen Häusern hat seinen mittelalterlich anmutenden Charakter bis heute bewahrt und zählt zum Unesco-Weltkulturerbe. Da vor allem Tagestouristen hierherkommen, lassen sich die Hotels an einer Hand abzählen. Wer lieber den Alltag in einer authentischen Stadt erlebt, statt Sehenswürdigkeiten abzuklappern, tut jedoch gut daran, in La Laguna einen längeren Stopp einzulegen.

Reisetipps

Anreise: Swiss und Iberia fliegen ab Zürich direkt nach Teneriffa Süd. Wer den Flughafen im Norden ansteuern will, muss in Madrid umsteigen.

Unterkunft in La Laguna: Das liebevoll geführte 4-Stern-Hotel Laguna Nivaria befindet sich in einer Villa des 16. Jahrhunderts, Zimmer ab 79 Euro pro Nacht.

Tour:Anaga Experience bietet geführte, mehrsprachige Touren im Anagagebirge an.

Diese Reise wurde unterstützt vom Spanischen Fremdenverkehrsamt und Turismo de Tenerife.

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