Zürcher Koch-Areal : Kontrolle artete aus – drei Polizisten verletzt
Aktualisiert

Zürcher Koch-Areal Kontrolle artete aus – drei Polizisten verletzt

Als in der Nacht auf Donnerstag im Kreis 9 Polizisten zwei Männer kontrollieren wollten, mischten sich rund 30 Personen vom Koch-Areal ein. Es kam zu wüsten Szenen.

von
som
Auf der Flurstrasse musste die Polizei Tränengas einsetzen.

Auf der Flurstrasse musste die Polizei Tränengas einsetzen.

Eine Streifwagenpatrouille der Stadt Zürich bemerkte am Donnerstag kurz nach Mitternacht an der Flurstrasse im Kreis 9 zwei Personen, die zu Fuss mit einem Fahrradanhänger unterwegs waren, der mit diversen Lebensmitteln beladen war.

Aufgrund der ungewöhnlichen Zeit für einen solchen Transport kontrollierten die Polizisten die beiden Männer, um die Herkunft der mitgeführten Waren abzuklären. Sie reagierten aggressiv und protestierten lautstark gegen die Kontrolle, konnten aber gemäss Medienmitteilung die Herkunft der Lebensmittel nicht glaubwürdig und nachvollziehbar erklären. Ebenfalls konnte einer von ihnen seine Identität nicht nachweisen. Um diese genau abzuklären, wurde ein Kastenwagen angefordert, um ihn in eine Wache zu transportieren.

Polizisten mit Gegenständen beworfen

Vermutlich aufgrund der lautstarken Proteste erschienen rund ein Dutzend Personen aus dem nahegelegenen Koch-Areal, welches zurzeit besetzt ist. Ob diese Personen zu den Besetzern gehören, kann Stapo-Medienchef Marco Cotesi nicht sagen.

Fest steht, dass sie sich mit den Kontrollierten solidarisierten und die Polizisten beschimpften. Deshalb forderten diese Verstärkung an. Als diese eintraf und sich zwischen die handelnden Polizisten und die aus dem Koch-Areal strömenden Leute stellte, wurden sie mit diversen Gegenständen beworfen.

Drei verletzte Polizisten

Um die inzwischen auf rund 30 Personen angewachsene Menschenmenge auf Distanz zu halten, setzten die Polizisten wiederholt Reizstoff ein. Derweil wurden mehrere Polizisten, die den Mann mit falscher Identität abführen wollten, sowohl von ihm wie auch von seinem Begleiter mit Faustschlägen und Fusstritten attackiert.

Dabei wurden drei Polizisten verletzt. Einer von ihnen musste wegen einer Gesichtsverletzung zur ambulanten Behandlung ins Spital. Während des Transports in eine Wache randalierten die Festgenommenen und richteten im Innern des Kastenwagens einen Sachschaden von rund 2000 Franken an. Abklärungen beim Grossverteiler ergaben, dass die sichergestellten Lebensmittel entwendet worden waren.

Tumulte häufen sich in letzter Zeit

Die Verantwortlichen des Geschäfts haben inzwischen einen Strafantrag unterzeichnet. Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen 19-jährigen Schweizer und einen 20-jährigen Italiener, welcher über keinen festen Wohnsitz in der Schweiz verfügt.

Sonst wurde niemand verhaftet, sagt Marco Cortesi: «Die Polizei war viel zu sehr damit beschäftigt, die Situation unter Kontrolle zu bringen.» Schon vor einer Woche kam es in Zürich-Oerlikon zu einer Strassenschlacht. In der Nacht auf Freitag gingen albanische und serbische Fussballfans aufeinander los. «Diese Ausschreitungen machen uns Sorgen», so Cortesi.

Besetztes Koch-Areal

Das Koch-Areal ist seit Frühling 2013 besetzt. Ende 2013 kaufte die Stadt der UBS das Gelände ab. Mit den Besetzern schloss sie eine Vereinbarung, wonach sie vorderhand auf dem Areal bleiben dürfen. Die Bank nutzt einen Teil der Gebäude noch bis Ende 2016.(sda)

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