St. Gallen: Kontrolle verloren – 32 Katzen aus Wohnung geholt
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St. GallenKontrolle verloren – 32 Katzen aus Wohnung geholt

Das Veterinäramt St. Gallen hat am Donnerstag zusammen mit der Stadtpolizei 32 Katzen aus einer Wohnung geholt. 21 Tiere suchen in den nächsten zwei bis drei Wochen noch ein neues Zuhause.

von
Jil Rietmann
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Am Donnerstag wurden 32 Katzen aus einer Wohnung in St. Gallen geholt.

Am Donnerstag wurden 32 Katzen aus einer Wohnung in St. Gallen geholt.

Facebook/Stadtpolizist Roger Spirig
Die Tierhalter hatten die Kontrolle über die Katzen verloren.

Die Tierhalter hatten die Kontrolle über die Katzen verloren.

Privat
Die Tiere vermehrten sich immer mehr.

Die Tiere vermehrten sich immer mehr.

Facebook/Stadtpolizist Roger Spirig

Darum gehts

  • Das Veterinäramt St. Gallen hat zusammen mit der Stadtpolizei 32 Katzen aus einer Wohnung geholt.
  • Die Tierhalter haben die Kontrolle über die Vermehrung der Tiere verloren.
  • Die Katzen sind in gutem Zustand und gesund.
  • 21 Kätzchen suchen in den nächsten zwei bis drei Wochen noch ein neues Zuhause.

Aus einer Wohnung in St. Gallen haben am Donnerstag das Veterinäramt St. Gallen zusammen mit der Stadtpolizei St. Gallen bei einer Zwangsräumung 32 Katzen geholt. «Es gab einen Hinweis aus der Bevölkerung, dass in einem Haushalt in St. Gallen mehrere Dutzend Katzen leben würden», sagt Albert Fritsche, Kantonstierarzt des Kantons St.Gallen, gegenüber dem «St. Galler Tagblatt».

Die Tierhalter der Katzen hätten den Überblick über die Tiere verloren. Die Katzen hätten sich unkontrolliert vermehrt, weshalb das Veterinäramt eingreifen musste. Laut Fritsche sind Tierhalter gemäss der Tierschutzverordnung verpflichtet, eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern. Weil die Tierhalter das in diesem Fall nicht getan haben, musste ein Verfahren eingeleitet werden. Ob sie nun sogar ein Tierhalteverbot erhalten, wird abgeklärt.

Durchschnittlich müssen gemäss Fritsche pro Jahr zwei bis drei Haushalte mit so vielen Tieren geräumt werden. «Das stellt alle Beteiligten vor eine grosse Herausforderung, vor allem wenn die Katzen scheu und die Tierhalter nicht kooperativ sind.» Auch tiergerechtes Material wie Kescher und Transportkörbe müssten bereitgestellt werden. «Mit ruhigem Anlocken wird dann versucht, die Tiere aufzunehmen und in die Transportboxen zu sperren», wird Fritsche weiter zitiert. Ausserdem müssen dann Tierheime gefunden werden, die so viele Tiere aufnehmen können.

Katzen sind wohlauf

Nach der Räumung wurden die 32 Katzen ins Tierheim Sitterhöfli in Engelburg SG gebracht. «Das letzte Mal, als wir so viele Katzen auf einmal bekommen haben, war vor rund 15 Jahren. Damals waren es über 50 Tiere», sagt Geschäftsführer Heinz Staub. Sie seien deshalb ab der Anzahl Katzen etwas überrascht gewesen. Obwohl die Tiere von einer Wohnungsräumung kamen, seien sie in einem guten Zustand, sagt Staub. Die Besitzer hätten gut auf die Katzen geschaut, waren auch beim Tierarzt, wenn nötig. «Das sind keine bösen Menschen. Im Gegenteil. Es war schlicht falsch verstandene Tierliebe.» Weil die Tiere nicht kastriert wurden, vermehrten sie sich immer weiter.

«Die 11 Büsis, die alt genug sind, konnten wir bereits platzieren», sagt Staub zu 20 Minuten. Acht Wochen müssen die Katzen mindestens alt sein, um vermittelt zu werden. Die restlichen bleiben mindestens noch zwei bis drei Wochen im Tierheim. Da das Bedürfnis nach Haustieren momentan besonders gross sei, sei es eine gute Zeit, um den Katzen ein neues Zuhause zu schenken. Seit Corona spüre das Tierheim stark, dass die Leute mehr Zeit haben, sich um ein Tier zu kümmern.

Wer in zwei bis drei Wochen Interesse hat, ein Kätzchen zu sich zu nehmen, kann sich direkt via Telefon beim Tierheim melden: 071 278 19 28.

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