Bern: Kontroverse um private Securitys in Gemeinden
Aktualisiert

BernKontroverse um private Securitys in Gemeinden

Eine Gemeinde nach der anderen setzt private Sicherheitsdienste ein. Die «Schwachstrompolizisten» bewähren sich. Dennoch reagiert der Berner Kapo-Kommandant kritisch auf die Konkurrenz.

von
Patrick Marbach
Private Sicherheitsdienste ersetzen immer mehr die Polizei.

Private Sicherheitsdienste ersetzen immer mehr die Polizei.

Fast jede grössere Ortschaft setzt seit der Abschaffung der Dorfpolizisten im Kanton Bern private Sicherheitspatrouillen ein. «Dies trägt sicher nicht sehr viel zu einer besseren Sicherheit bei. Diese Leute haben keine speziellen Kompetenzen», kommentiert Kapo-Kommandant Stefan Blättler die Entwicklung in einem Interview im «Bund». Private Securitys seien zur Bewachung von Campingplätzen geeignet, aber nicht für Patrouillendienste.

«Blättler verkennt die Situation. Wir haben es zuerst mit der Kapo probiert und gemerkt, dass es einfach nicht geht», kontert der in Laupen zuständige Gemeinderat Andreas Walther. Seit einem Monat setzt er neben Broncos-Securitys sogar Einwohner für Patrouillen ein. Im Gegensatz zur Polizei könne man den Privaten gezieltere Aufträge geben – auch bei Problemen, die eigentlich Polizeiaufgabe wären. «Die Kapo kann nicht alle Dienstleistungen erbringen, die wir benötigen», pflichtet der Langenthaler Sicherheitsvorsteher Andreas Ryf bei. Auf Anfrage ziehen auch die Behörden von Aarberg, Burgdorf und Thun ein positives Fazit zu ihrem Einsatz von privaten Sicherheitsdiensten.

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