Aktualisiert 07.12.2010 18:43

«1378 (km)»

Kontroverses Ballerspiel

Rote Köpfe um ein Computerspiel: Bei «1378 (km)» kann man aus der DDR fliehen – oder als Grenzsoldat Flüchtlinge per Todesschuss stoppen. Linke Politiker und ein Stasi-Experte wollen das Game stoppen.

von
TRX
«1378 (km)»: Ein Mann spielt das umstrittene Game auf seinem Computer. (dpa)

«1378 (km)»: Ein Mann spielt das umstrittene Game auf seinem Computer. (dpa)

1378 Kilometer lang war die deutsch-deutsche Grenze, an der die DDR mit Flutlichtanlagen, Minenfeldern und Selbstschussanlagen ihre Bürger an der Flucht in den Westen hinderte. Nun hat der Karlsruher Gestaltungsstudent Jens Stober (23) als Vordiplomarbeit das Computerspiel «1378 (km)» designt, das die Situation an der einst bestbewachten Grenze der Welt nachstellt und das am 10. Dezember vorgestellt wird. Dabei muss der Spieler in die Rolle eines Flüchtlings schlüpfen oder als DDR-Grenzer solche aufhalten – je nach Lust und Laune auch per Todesschuss. Als Basis für das Game diente Stober der Ego-Shooter «Half Life 2».

Das sorgt für Aufregung: Politiker der Linken sowie Stasi-Experte Hubertus Knabe fordern, dass das Game «aus Respekt vor den Opfern» nicht ins Netz gestellt wird. Stober verteidigt sich: Das Spiel solle Jugendlichen die jüngere deutsche Geschichte näherbringen. Zudem könne man nur gewinnen, wenn man nicht schiesst – sonst wartet ein virtueller Mauerschützenprozess auf den Gamer.

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