Kollegah und Farid Bang: Konzert der Skandal-Rapper ist abgesagt
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Kollegah und Farid BangKonzert der Skandal-Rapper ist abgesagt

Die beiden Rapper Kollegah und Farid Bang werden am 5. Mai nicht in Schaffhausen auftreten. Nun kämpft der Veranstalter um seine Existenz.

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daw/ bee
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Politiker stossen sich am geplanten Auftritt von Kollegah und Farid Bang in Schaffhausen. «Antisemitisches Gesindel hat in der Schweiz keinen Platz», sagt CVP-Präsident Gerhard Pfister.

Politiker stossen sich am geplanten Auftritt von Kollegah und Farid Bang in Schaffhausen. «Antisemitisches Gesindel hat in der Schweiz keinen Platz», sagt CVP-Präsident Gerhard Pfister.

Jörg Carstensen
Betreiberin der Halle ist die gemeinnützige Stiftung NHTLZ um Investor und Geldgeber Giorgio Behr.

Betreiberin der Halle ist die gemeinnützige Stiftung NHTLZ um Investor und Geldgeber Giorgio Behr.

Keystone/Gaetan Bally
Kollegah und Farid Bang erhielten einen Echo-Preis für ihr Album. In Deutschland tobt seither die Debatte, denn die beiden verwenden antisemitische Passagen.

Kollegah und Farid Bang erhielten einen Echo-Preis für ihr Album. In Deutschland tobt seither die Debatte, denn die beiden verwenden antisemitische Passagen.

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Am 5. Mai sollten die umstrittenen deutschen Rapper Kollegah und Farid Bang in der BBC-Arena in Schaffhausen auftreten. Dagegen regte sich Widerstand: In einem offenen Brief forderten rund 50 Personen die Absage des Konzerts. Auch Politiker riefen dazu auf, den Auftritt zu verhindern: «Antisemitisches Gesindel hat hier nichts zu suchen», sagte etwa CVP-Präsident Gerhard Pfister.

Nun hat der Kulturverein Alba den Auftritt der umstrittenen deutschen Rapper Kollegah und Farid Bang abgesagt: Den Entscheid fällte er nach intensiven Gesprächen mit Behörden und Festivalpartnern. In einer Mitteilung schreibt er: «Nach intensiven Gesprächen mit Behörden und Festivalpartnern, und nicht zuletzt auch aus Sicherheitsüberlegungen, hat sich das Organisationskomitee entschieden, auf diesen Konzertact zu verzichten. Dies aufgrund der unerwarteten Entwicklung und Eskalation der Debatte um die beiden Künstler in den vergangenen Tagen, die sich auch in vehementer Kritik zum geplanten Auftritt in der Schweiz gegenüber dem Veranstalter geäussert hat.»

Der Kulturverein distanziert sich von der «Debatte um die umstrittenen Künstler». Man wolle sich weder daran beteiligen noch sich zur Diskussion um die textlichen Inhalte der beiden Künstler äussern.

Enorme finanzielle Konsequenzen

Bereits für das Konzert am Samstag gekaufte Tickets werden zurückerstattet. Ob noch ein Ersatz mit einem anderen Programm auf die Beine gestellt werden kann, ist offen. Am Kulturfest und Familientag am Sonntag mit Musikern, Sängern und Comedians aus Albanien und Kosovo hält das Organisationskomitee vorläufig fest.

Die Konzertabsage trifft den Verein hart, er kämpfe nun um seine Existenz, hält er weiter fest. Trotz der Absage bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen. «Der Kulturverein Alba bedauert diesen Entscheid sehr. Nicht zuletzt verursacht die Absage des Konzertacts ein sehr hohes Defizit und gefährdet den Verein in seiner finanziellen Existenz», schreibt Alba.

Internationale Kritik

Nach der Echo-Verleihungen stehen Kollegah und Farid Bang international in der Kritik. Ihnen wird wegen Textstellen wie «mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen» Antisemitismus vorgeworfen. Inzwischen hat sich selbst die Plattenfirma BMG von ihren Schützlingen distanziert und die Zusammenarbeit ausgesetzt.

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