Aktualisiert 24.11.2010 07:07

Klimawandel

Kopenhagen war nicht genug

Die bisherigen Zusagen für die Reduzierung von Treibhausgasen reichen nach Angaben der Vereinten Nationen nicht aus, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern.

Vor einem Jahr trafen sich die 194 Vertragsstaaten der UNO- Klimarahmenkonvention in Kopenhagen, um sich gegenseitig zu Massnahmen gegen den Klimawandel zu verpflichten. Am Ende blieb es bei freiwilligen Zusicherungen einiger Staaten. Doch das ist nicht genug, um wie geplant eine Erwärmung um mehr als zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu verhindern – wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des UNO-Umweltprogramms (UNEP) hervorgeht.

Die in Kopenhagen gemachten Zusagen seien dennoch ein «guter, erster Schritt», sagte UNEP-Direktor Achim Steiner. Die vorhandene Lücke könne mit kräftigen Einschnitten bei Emissionen und strengeren Regeln verringert werden, heisst es in dem in Helsinki vorgelegten UNEP-Bericht.

Auch in Cancun kein Durchbruch

Kommende Woche beginnt im mexikanischen Cancún eine weitere Konferenz zum Kampf gegen die globale Erwärmung. Allerdings wird auch von diesen Verhandlungen kein Durchbruch erwartet. Stattdessen dürften die Delegierten vor allem über Finanzhilfen, Abholzung von Wäldern und andere Einzelthemen streiten.

Die Hoffnung auf ein wirkliches Rahmenabkommen zum Klimaschutz mit rechtlich verbindlichen Auflagen richten sich auf die Klimakonferenz in Südafrika im nächsten Jahr oder auf den sogenannten Earth Summit im Jahr 2012 in Rio de Janeiro.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die Teilnehmerstaaten der Klimakonferenz auf, ihre in Kopenhagen gemachten Versprechungen zur CO2-Reduzierung zu halten und die Verhandlungen in Cancún voranzubringen. «Es gibt keine Zeit zu verlieren», warnte er in einer Erklärung. (sda)

Die Seen werden wärmer

Der Klimawandel geht nach einer Studie der NASA auch an den Seen rund um den Globus nicht spurlos vorbei. In den vergangenen 25 Jahren sei die Wassertemperatur der über 160 grössten Binnengewässer gestiegen.

«Die Ergebnisse stimmen mit den durch die Klimaerwärmung erwarteten Veränderungen überein», heisst es in der am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Untersuchung der US-Weltraumbehörde.

In jedem Jahrzehnt sei die Temperatur im Durchschnitt um 0,45 Grad Celsius gestiegen, in manchen Seen sogar um ein Grad. Die stärkste Erwärmung habe es in Nordeuropa gegeben, gefolgt von Sibirien, der Mongolei, Nord-China und Südost-Europa rund um das Schwarze Meer, heisst es in dem Bericht.

Für die Untersuchung werteten die Forscher Satellitendaten aus. Es wurden nur Gewässer von mindestens 500 Quadratkilometern in Betracht gezogen, um den Einfluss der Landtemperatur zu vermeiden. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.