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Kopfgeld für Virus-Erfinder

Der US-Software-Konzern Microsoft hat für Hinweise auf den «Mydoom»-Virus-Programmierer 250.000 Dollar Belohnung ausgesetzt.

«Dieser Wurm ist ein krimineller Angriff», erklärte Microsoft-Vizepräsident Brad Smith am Donnerstag in Washington. «Microsoft will den Behörden dabei helfen, diesen Verbrecher zu fangen.»

Es ist die dritte derartige Belohnung, die Microsoft im Zuge eines Anfang November verkündeten, fünf Millionen Dollar schweren Programms zur Abwehr auf Attacken von Kunden seiner Computerprogramme auslobt. Die beiden anderen, ebenfalls auf eine viertelmillion Dollar dotierten Belohnungen waren für Hinweise auf die Autoren der «Blaster»- und «Sobig»-Viren ausgesetzt worden. Nach Angaben aus US-Regierungskreisen sind es die höchsten vollständig vom Privatsektor ausgeschriebenen Belohnungen der jüngeren Geschichte. Sie erinnerten an die Belohnungen für Jäger von Bankräubern im 19. Jahrhundert, die im damaligen «Wilden Westen» von Banken ausgesetzt wurden.

Der «Mydoom.B»-Virus tarnt sich als authentisch wirkende Fehlermeldung. Befallene Computer sollen am kommenden Dienstag die Webseiten von Microsoft angreifen und die Opfer daran hindern, Kontakt zu Herstellern von Antiviren-Programmen aufzunehmen. Bei der Analyse des Wurms sei bisher eine mysteriöse Botschaft im Innern des Programms gefunden worden, die lautet: «Andy; I'm just doing my job, nothing personal, sorry.»

Die US-Bundespolizei FBI haben dem Microsoft-Konzept nur bedingt zugestimmt. Auf keinen Fall werde sie geheime Ermittlungsdetails an Microsoft weiterleiten, hiess es in internen Dokumenten. (dapd)

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