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Gespenstisch echtKopflos im vorletzten Jahrhundert

Über 100 Jahre vor der Erfindung von Photoshop verblüfften unheimliche Fotos die Menschen. Sie haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren.

von
kmo

Dass Fotos nicht immer die Wirklichkeit abbilden, ist bekannt, seit es diese Technologie gibt. Schon im Viktorianischen Zeitalter (1837-1901), als die Fotografie noch in den Kinderschuhen steckte, wurde manipuliert, was das Zeug hielt.

Es war die Ära, als Darwin mit seiner Evolutionstheorie für heftige Diskussionen sorgte, als Alexander Graham Bells Erfindung des Telefons die Menschen verblüffte und Jack the Ripper London terrorisierte. Hoch im Kurs waren damals Magnetismus und Spiritismus. Kein Wunder, dass in der Zeit besonders viele Bilder von kopflosen Menschen entstanden.

Künstler in der Dunkelkammer

Rund 100 Jahre vor der digitalen Bildbearbeitung war es alles andere als ein Kinderspiel, solche Fotografien zu produzieren. Der Künstler musste die Bilder in aufwendiger Arbeit mittels Mehrfachbelichtung und Abwedeltechnik in der Dunkelkammer herstellen. Teilweise wurden auch Collagen abfotografiert und bei der Belichtung entsprechend nachbearbeitet. Am Schluss wurden die Bilder meist noch von Hand retuschiert.

Das Resultat sind gespenstisch echt wirkende Fotografien, mit denen sich die gehobene Gesellschaft gerne einem angenehmen Gruseln hingab. Dass der Gruselfaktor im Laufe der Zeit sogar noch gestiegen ist, zeigt unsere Diashow (s. oben).

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