Fribourger Mieter klagen über Schimmelbefall in Wohnung
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Schimmel in Wohnung Kopfschmerzen und Asthma – Bewohner fühlen sich im Stich gelassen

In Fribourg können Bewohner nicht mehr schlafen und leiden unter Kopfschmerzen und Asthmaanfällen. Die Verwaltung gibt den Mietern die Schuld für die Mängel in der Wohnung.

von
Angela Rosser
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Organische Verbindungen, die solche Symptome hervorrufen könnten, treten eher bei Neubauten und renovierten Wohnungen auf.

Organische Verbindungen, die solche Symptome hervorrufen könnten, treten eher bei Neubauten und renovierten Wohnungen auf.

Screenshot Video/20min
Das ist in diesem Fall aber unwahrscheinlich.

Das ist in diesem Fall aber unwahrscheinlich.

Screenshot Video/20min
Viel plausibler sei Schimmel als Ursache. Einige Menschen reagieren stärker darauf als andere und ist in beiden Wohnungen zu finden.

Viel plausibler sei Schimmel als Ursache. Einige Menschen reagieren stärker darauf als andere und ist in beiden Wohnungen zu finden.

Screenshot Video/20min

Darum gehts

  • Mieter in Freiburg leiden unter Asthma, Übelkeit und Kopfschmerzen.

  • Grund für die Anfälle und Schmerzen sollen die Umstände der Wohnungen sein.

  • Der Vermieter gibt die Schuld den Bewohnern.

Schwere Asthmaanfälle, Übelkeit, Kopfschmerzen und ein geschwollenes Gesicht – alles Symptome unter denen Cynthia*, ihr Nachbar Diogo* und sein Sohn in Freiburg leiden. Von was die Beschwerden her rühren ist noch unklar. Der Arzt von Cynthia meint, es könne sogar eine Kohlenmonoxidvergiftung vorliegen.

«Kohlenmonoxid sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Eine Vergiftung kann schwerwiegende Folgen haben und sogar zum Tod führen», warnt Direktor des Vereins zur Verteidigung der Mieterrechte Renaud Jaccard, von Asloca-Intersections. Über die Wohnsituation alarmiert, führte der Vermieter Renovationen an der Heizung durch, geändert hat sich für die Mieter dadurch aber nichts wie «20 Minutes» berichtet.

Luft müsste analysiert werden

Die Symptome der Bewohner könnten auch durch in der Luft vorhandene, flüchtige organische Verbindungen hervorgerufen werden. Das ist eher bei Neubauten und renovierten Wohnungen der Fall, was hier aber nicht zutrifft. «Natürlich müssten wir die Luft analysieren», sagt Hausverwalter Marc Detoit. Diese Analysen kosten jedoch Geld und wurden bisher von niemandem durchgeführt.

«Die Mieter wissen nicht, wie lüften»

Jaccard schliesst die Luftqualität als Ursache zwar nicht aus, denkt aber eher, dass Schimmel der Ursprung sein könnte. Schimmel ist in beiden Wohnungen zu finden. «Manche Menschen reagieren empfindlicher auf Sporen als andere und können eine Allergie entwickeln. In jedem Fall muss der Vermieter eingreifen, wenn es Schimmel gibt.» sagt Jaccard. Bei Diogo* wurden kürzlich ein paar Flecken von einem Maler behandelt – tauchten aber wenige Wochen später wieder auf.

Für die Verwaltung ist klar: «Es ist die Schuld der Mieter. Sie wissen nicht, wie man lüftet, und ausserdem hat einer von ihnen ein Aquarium.» Renaud Jaccard lacht über diese Behauptung: «Das ist typisch für Verwaltungen, sie geben den Mietern die Schuld!» Bei Cynthia* wie auch Diogo* und seiner Familie ist es in den Schlafzimmern am schlimmsten. Beide Parteien würden teilweise im Wohnzimmer schlafen, aber viel besser sei das auch nicht, erzählen sie im Video auf «20 Minutes».

Für die Mieter bleibt nur der Auszug

Die Betroffene Cynthia* hat sogar schon darüber nachgedacht, auf einen Campingplatz zu ziehen und Nachbar Diogo* hat schwere Asthmaanfälle. Für beide kommt nur noch ein Wohnungswechsel in Frage. Renaud Jaccard von dem Mieterverband Asloca versteht, dass das oft die einfachste und schnellste Lösung ist. Wichtig ist trotz allem eine ordentliche Kündigung und ein Protokoll aller Wohnungsmängel. Man soll den Vermieter bitten, die Mängel zu beheben. Wird nichts unternommen, kann die Miete auf ein Sperr-Konto einbezahlt werden um so den Vermieter zum Handeln zu bewegen. In gewissen Fällen ist es auch möglich, eine Mietzinsreduktion oder Entschädigung für die entstandenen Unannehmlichkeiten zu verlangen. Der «Mieterverband» kann seinen Mitgliedern helfen, die notwendigen Schritte zu unternehmen.

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