Aktualisiert 07.01.2008 13:53

Kopfschuss und Sextape: So wird man in den USA berühmt

Mit 16 eine Affäre mit einem Verheirateten, mit 18 der Rivalin in den Kopf geschossen, dann kommt das Rache-Sextape eines Ex und sie kassiert mit ab: die (amerikanische) Karriere der Amy Fisher.

«Gäbe es Amy Fisher nicht, müsste man sie erfinden», schreibt die deutsche Zeitung «Die Welt» - und trifft den Nagel auf den Kopf. Die – nennen wir es - Karriere der Amy Fisher ist ein Stoff, aus dem Hollywood-Drehbücher sind. 1992 erfuhr die US-Öffentlichkeit erstmals von der New Yorkerin. Sie hatte als 16-Jährige ein Jahr zuvor den Automechaniker Joey Buttafuoco kennen gelernt, als sie ihren Wagen in die Reparatur gab.

Der Ehemann und das Schulmädchen begannen eine Affäre. Als sich Buttafuoco weigerte, seine Frau für das Mädchen zu verlassen, fuhr die inzwischen fast 18-Jährige zu seiner Frau Mary, klingelte an der Tür und schoss der Rivalin in den Kopf. Die Ehefrau überlebte das Attentat schwer verletzt, die «Lolita von Long Island» wurde noch am selben Tag verhaftet. Sie bekam zwischen fünf und 15 Jahre Haft für schwere Körperverletzung. Joey wurde wegen Sex mit einer Minderjährigen zu vier Monaten Haft verurteilt.

Fisher konnte das Gefängnis 1999 nach sieben Jahren bereits wieder verlassen. Ein Grund dafür war die Fürsprache von Mary Jo Buttafuoco, mit der sie später gemeinsam in Talk-Shows auftrat. Fisher schreib ein Buch über sich und war als Kolumnistin für die «Long Island Press» unterwegs. 2004 gewann sie gar einen Medienpreis der «Society of Professional Journalists».

2003 heiratete Fisher Louis Bellera, mit dem sie 2001 einen Sohn und 2005 eine Tochter bekam. Als die Ehe in der Krise steckte, dachten beide an Scheidung: Aus Rache verkaufte daraufhin Bellera ein Sextape an die Firma «Red Light District Video». Doch die Eheleute rauften sich wieder zusammen. Was sollte nun mit dem Fummelfilmchen geschehen? Für Fisher war die Sache einfach: Sie stimmte der Veröffentlichung nachträglich zu und das Paar strich dafür einen Millionenbetrag ein.

Statt das Video zurückzuziehen, wollten die beiden es selber vermarkten, sagte die heute 33-Jährige der Nachrichtenagentur «AP». «Ich wollte immer die Nummer Eins in irgendwas sein. Aber dass es so etwas sein würde, hätte ich nicht gedacht.» Dabei kommt sie aus einer geschäftstüchtigen Familie: Die Fishers verkauften schon nach dem blutigen Hausbesuch Amys von 1992 die Filmrechte - für 80 000 Dollar. Der Stoff wurde in den USA nicht weniger als drei Mal verfilmt…

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