Sura Al-Shawks: Kopftuch-Verbot beim Basketball bestätigt
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Sura Al-ShawksKopftuch-Verbot beim Basketball bestätigt

Kopftuch oder Basketball - vor diesem Entscheid steht eine 19-jährige Spielerin von STV Luzern Basket. In einem Newsletter vom Mittwoch hat der Nord-Ostschweizer Basketballverband Probasket das Kopftuch-Verbot bei offiziellen Spielen bekräftigt.

Die aus dem Irak stammende, eingebürgerte Schweizerin hat vor Jahren beschlossen, mit Kopftuch Basketball zu spielen (20 Minuten Online berichtete). Als sie von der Mannschaft Buchrain zur Nationalliga-B-Mannschaft des STV Luzern wechselte, wurde die Kopftuchfrage aufgeworfen.

In einem Rundschreiben vom Mittwoch hat der Basketballverband Probasket das Kopftuch-Verbot bestätigt. Er stützt sich dabei auf das Reglement des internationalen Basketballverbandes FIBA. Dieses vebietet das Tragen religiöser Symbole. Rita Hess-Gerber von Probasket bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der «Neuen Luzerner Zeitung».

«Wir müssen auch unsere Kreuzlein abziehen, wenn wir spielen», so Hess. Für weitere Auskünfte verwies Hess auf den PR-Mitarbeiter von Probasket, Walter Jucker. Der erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, er sei derzeit in Berlin, habe keine Zeit und sei erst am Dienstag wieder zu sprechen.

Sportlerin kann Entscheid nicht nachvollziehen

Sie habe früher nie Probleme gehabt, mit dem Kopftuch zu spielen, sagte die betroffene Sportlerin, die seit über neun Jahren in der Schweiz lebt - weder bei der eigenen noch bei anderen Mannschaften. Sie könne den Entscheid von Probasket nicht nachvollziehen.

Ob sie nun dem Sport oder dem Kopftuch den Vorzug gibt, weiss sie noch nicht. Sie sei zurzeit verwirrt, könne keinen Entscheid fällen und müsse die Sache erst mal verdauen, sagte sie gegenüber der SDA.

Sollte sich der STV Luzern Basket entscheiden, die junge Muslimin mit Kopftuch spielen zu lassen, riskiert er die Spiele forfait zu verlieren.

Kritik an Probasket

Kritik erfährt Probasket unter anderem von der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR), die dem Sportverband vorwirft, es sei nicht seine Sache, in die Religionsfreiheit der Sportlerin einzugreifen.

Auch das katholische Luzerner Pfarreiblatt hat kein Verständnis für das Kopftuch-Verbot. Offenbar störe es niemanden, wenn die Wirtschaft dem Sport die Kleidervorschriften diktiere und Sportler heute wie mobile Werbeflächen umherrennen. Religiöse Kleidervorschriften dagegen würden verboten.

Integration bedeute nicht, dass sich die Menschen allen Gewohnheiten der Bevölkerungsmehrheit anpassen müssten, schreibt das Pfarreiblatt weiter. Und verweist auf Nachbarländer, in denen Vereine und Verbände, die Menschen wegen ihrer Religion diskriminieren, keine öffentlichen Gelder mehr erhalten oder bestraft werden.

(sda)

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