Kopftuchstreit im Kanton Freiburg

Aktualisiert

Kopftuchstreit im Kanton Freiburg

Zwei muslimische Frauen wehren sich im Kanton Freiburg gegen ihre Entlassung aus dem ausserschulischen Betreuungsdienst.

Die beiden hatten sich geweigert, während der Arbeitszeit das Kopftuch abzulegen.

Damit verstiessen die beiden gegen eine Regelung der Stadt, die offensichtliche Zeichen religiöser Zugehörigkeit aus ihren Schulstuben verbannt hatte.

Die beiden jungen Mütter waren vom Arbeitsamt für eine befristete Dauer an den ausserschulischen Betreuungsdienst vermittelt worden. Beim Verband muslimischer Gemeinschaften Freiburg beschwerten sie sich über die ungerechtfertigte Entlassung, wie deren Präsident, Mohamed Ali Batbout, am Mittwoch eine Meldung der Zeitung «La Liberté» bestätigte.

Batbout kennt die Version der beiden Frauen und möchte nun auch diejenige der Behörden hören. Zu diesem Zweck ist eine Sitzung mit den betroffenen Parteien und Vertretern der kantonalen Kommission für Integration und gegen Rassismus vorgesehen.

Sie werde an der Sitzung teilnehmen, sagte die zuständige Schuldirektorin der Stadt Freiburg, Marie-Thérèse Maradan. Allerdings sei die Angelegenheit für sie erledigt und sie gedenke nicht, auf ihren Entscheid zurückzukommen. Für allfällige Klagen der beiden Frauen seien die Zivilgerichte zuständig.

Bis jetzt habe es im ausserschulischen Dienst nie Probleme gegeben, betonte Maradan. Im Fall der beiden muslimischen Frauen hätten sich die Eltern jedoch beklagt.

Präzedenzfall in Genf

Analog zu den Schulen wendet Freiburg für den ausserschulischen Dienst eine Regelung an, wonach muslimischen Lehrerinnen das Tragen des Kopftuchs nicht erlaubt ist. Dabei stützt sich die Stadt auf ein Bundesgerichtsurteil aus dem Kanton Genf.

Die konfessionelle Neutralität an den Schulen ist in Freiburg auf Kantonsebene verankert. So verzichtete man beispielsweise bei jüngeren Schulhausbauten wie beim Collège du Sud in Bulle oder beim interkantonalen Gymnasium Broye auf Kruzifixe an den Wänden. Ältere Schulhäuser mussten die früher traditionellen Kruzifixe aber nicht entfernen.

(sda)

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