Gerichtsentscheid: Kopftuchverbot ist nicht diskriminierend
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GerichtsentscheidKopftuchverbot ist nicht diskriminierend

Niederlage für Sura Al-Shawk: Die Muslimin aus Ebikon LU darf ihr Kopftuch bei offiziellen Basketballspielen weiterhin nicht tragen. Noch ist offen, ob sie den Entscheid weiterzieht.

von
mfe/dag

Dass eine Muslimin beim Basketball kein Kopftuch tragen darf, ist laut dem gestern veröffentlichten Urteil des Amtsgerichts Luzern-Land zwar eine Einschränkung der Persönlichkeitsrechte. Dennoch sei dieses Verbot zumutbar und keine Diskriminierung. Der Basketballverband Pro Basket hatte der 19-jährigen Sura Al-Shawk verboten, bei der Nationalliga-B-Mannschaft des STV Luzern mit Kopftuch zu spielen. Der Verband stützte sich dabei auf das Reglement des Weltbasketballverbands Fiba. Laut dem Amtsgericht hat sich die Sportlerin mit dem Unterschreiben ihres Lizenzvertrags verpflichtet, die offiziellen Basketball-Regeln einzuhalten. Der Verband begehe daher keine widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung, wenn er auf Einhaltung der Regeln bestehe.

Gegenüber 20 Minuten sagte Al-Shawk gestern: «Ich bin enttäuscht und niedergeschlagen. Wir hatten starke Argumente.» Sie würde den Entscheid gerne weiterziehen. Zuerst gelte es aber, die Chancen abzuwägen. Zusammen mit ihrem Anwalt, dem Nationalrat Daniel Vischer (Grüne), will sie in den nächsten Tagen darüber entscheiden. Zum Urteil sagt Vischer: «Das Amtsgericht hat die Statuten des Verbands höher gewichtet als den Persönlichkeitsschutz. Dies kann juristisch durchaus anders gesehen werden.» (mfe/dag/20 Minuten)

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