Aktualisiert 18.09.2014 16:04

ZHDK auf Toni-Areal

Kopfweh wegen fehlender Lüftung

Die Zürcher Hochschule der Künste ist gerade erst eröffnet worden und schon kommt Kritik auf: So fehle die Lüftung, die Steckdosen sind an der Decke und die Mensa ist zu klein.

von
som

Die Hochschule der Künste (ZHDK) auf dem Areal der ehemaligen Toni-Molkerei in Zürich-West ist am letzten Freitag eingeweiht worden. Sie bietet Platz für 5000 Studenten, Mitarbeiter und Dozenten - die ersten Mitarbeiter sind bereits im letzten Frühling eingezogen. Allerdings sind nicht alle von ihnen glücklich mit dem Gebäude, für dessen Umbau die Eigentümerin Allreal und der Kanton 800 Millionen Franken ausgegeben hatte.

Laut dem «Tages-Anzeiger» klagen Personen, die schon länger auf dem Areal arbeiten, über Kopfschmerzen. «Das kommt von der fehlenden Lüftung», vermutet eine dieser Personen. «In den Räumen entsteht ein Druck. Zudem wird es an warmen Tagen schnell heiss.» Fenster öffnen gehe nicht, weil draussen der Auto- und Bahnlärm zu gross sei.

Tatsächlich sei es auf der Seite der Bahn laut, bestätigt ZHDK-Kommunikationschefin Heike Pohl. Und auch wenn die Lüftung bereits auf gutem Niveau laufe, sei es «sicher richtig, dass in einzelnen Räumen wie IT-Schulungszimmern, dem Kaskaden-Café sowie in einzelnen wenigen Büros noch kein zufriedenstellendes Klima herrscht». Sie versichert, dass die Techniker mit Hochdruck an den Verbesserungen arbeiteten, und weist darauf hin, dass die Feineinstellung von Anlagen dieser Dimension in der Regel «mindestens ein Jahr» dauere. Sie selbst arbeite seit Mai im Gebäude, sagt die ZHDK-Sprecherin. Ihr sei bisher aber niemand über den Weg gelaufen, der sich über die Lüftung beschwert habe. Alle fänden «Haus und Atmosphäre super».

Mensa ist zu klein

Doch nicht nur die dicke Luft sorgt in der neuen Hochschule für Ärger. So ist die Mensa mit ihren 90 Plätzen für 1000 Studenten offenbar zu klein. Vor allem an schönen Tagen stehen alle mit ihren Tabletts vor den Liften im 3. Stock, um auf die Dachterrasse im 8. Stock zu kommen. Bis zu 10 Minuten müsse man zu Stosszeiten warten, heisst es.

Pohl glaubt, dass sich diese Menschenströme rasch einpendeln werden und weist auf die Treppenhäuser hin. Dass es im Gebäude nur 90 Plätze zum Essen gibt, stimmt laut Pohl nicht. In Mensa, Bistro und Kaffeebar stünden insgesamt 440 Plätze zur Verfügung. Dass dies nicht allzu viel Platz ist, sei den Planern durchaus bewusst: «Die Studenten sollen ins Quartier hinausströmen und es beleben.»

Diese wundern sich unterdessen auch darüber, dass sie ihre Laptops in den Vorlesungsräumen nur über Steckdosen an der Decke anschliessen können. Pohl bestätigt, dass die Stromversorgung über die Decke läuft. Das werde nun aber überprüft. «Wo nötig, wird die Ausstattung ergänzt.»

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