Aktualisiert 05.01.2011 16:42

Ägypten

Kopten vor unruhigem Weihnachtsfest

Unter strengem Polizeischutz bereiten sich die koptischen Christen in aller Welt auf ihr Weihnachtsfest vor. Speziell in Ägypten ist die Lage angespannt.

In Ägypten werden die Gemeinden bei den Feierlichkeiten in der Nacht auf Freitag von Polizeiteams geschützt, zu denen auch Sprengstoffexperten gehören. In der ägyptischen Hafenstadt waren in der Silvesternacht bei einem Terroranschlag auf eine koptische Kirche 23 Menschen getötet worden.

Zudem wurden vor dem orthodoxen Weihnachtsfest auf mehreren islamistischen Internetseiten Bombendrohungen gegen koptische Kirchen in Ägypten veröffentlicht.

Seit dem Anschlag verschärften sich die religiösen Spannungen in Ägypten. In Kairo kam es bei Protestaktionen von Christen erneut zu kleineren Zusammenstössen mit Polizei und Muslimen, wie die Tageszeitung «Al-Masry Al-Yom» am Mittwoch berichtete. Zehn Angehörige der Sicherheitskräfte seien verletzt worden.

Kopten randalieren

In der Ortschaft Al-Chasos randalierten nach Angaben von Polizisten Kopten aus der Provinz Kaljubija und blockierten eine Strasse. Ein Haus und drei Autos seien beschädigt worden. Laut «Al- Masry Al-Yom» warfen Muslime anschliessend Steine auf die Fassaden zweier nahe gelegener Kirchen. Die Polizei nahm Ermittlungen gegen die Randalierer auf.

Aus Sorge vor einem Anschlag werden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auch in anderen Ländern koptische Gemeinden unter Polizeischutz gestellt.

So hatte es im Internet beispielsweise Drohungen gegen Gotteshäuser in Deutschland gegeben. In Frankfurt, wo die meisten koptischen Christen in Deutschland leben, soll zum Weihnachtsgottesdienst eine Sicherheitszone eingerichtet werden.

In der Schweiz ist unter anderem in Dietlikon eine Weihnachtsmesse geplant. Wer Zugang zur Kirche erhält, wird aus Sicherheitsgründen genau kontrolliert. Gemäss Youssef Bastawrous, dem Vizepräsidenten des Vereins der koptisch-orthodoxen Kirche der Deutschschweiz, finden Eingangskontrollen statt. Dazu gebe es weitere Sicherheitsmassnahmen, sagte er, ohne nähere Angaben zu machen. (sda)

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