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Korallen verbrennen im Meer

Mehr als der Hälfte aller Korallenriffe weltweit droht in den kommenden 25 Jahren die Zerstörung. Grund ist eine verheerende Kombination aus Umweltverschmutzung und steigenden Meerestemperaturen.

Allein im vergangenen Jahr hätten die Wassertemperaturen in drei Monaten über dem Normalwert gelegen. Auf einer 12,5 Hektar grossen Versuchsfläche seien in der Folge mehr als 47 Prozent aller Korallen zerstört worden, sagte Jeff Miller, Wissenschaftler im Virgin Islands National Park, am Dienstag. Sein Kollege Billy Causey von der Nationalen Behörde für Ozeane und Atmosphäre (NOAA) erklärte, die wachsende Umweltverschmutzung sei vor allem auf die Abtragung von Sedimenten durch Bauarbeiten sowie auf giftige Bootslacke zurückzuführen.

«Man muss sich das wie eine Chemiestunde in der Schule vorstellen», sagte Causey. «Man mischt ein paar Chemikalien zusammen, und nichts passiert. Man heizt den Bunsenbrenner an, und plötzlich fängt alles an zu blubbern. Genau das ist es, was passiert. Der globale Bunsenbrenner wird angeheizt.» Tyler Smith von der University of the Virgin Islands sagte, auf diese Weise seien in den vergangenen 50 Jahren bis zu 30 Prozent aller Korallenriffe weltweit zerstört worden. Weitere 30 Prozent seien schwer beschädigt.

Korallenriffe sind die grössten von Lebewesen geschaffenen Strukturen auf der Erde. Sie bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren, darunter Würmer, Weichtiere, Schwämme und Stachelhäuter. Der weltweit grösste Korallenkomplex ist das berühmte Great Barrier Reef vor der Küste Australiens mit einer Gesamtfläche von fast 350.000 Quadratkilometern. (dapd)

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