Polizei gewarnt: Koran-Verbrennung soll gestoppt werden
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Polizei gewarntKoran-Verbrennung soll gestoppt werden

Ein indischer Fundamentalist will am Freitag auf dem Bundeshausplatz Bibel und Korane verbrennen. Die Polizei will intervenieren.

von
ann
Titus Panakal mit seinem Mitstreiter beim Protest 2007 im Vatikan.

Titus Panakal mit seinem Mitstreiter beim Protest 2007 im Vatikan.

Der hinduistische Fundamentalist Titus Leo Panakal will zusammen mit zwei Glaubensbrüdern diese am Freitagabend auf dem Bundeshausplatz verbrennen. Die heiligen Schriften enthielten gewalttätige Verse, pornografische Geschichten und Inzest-Texte, begründet Panakal. Der Kantonspolizei Bern liegt kein Gesuch für einen Anlass oder eine Veranstaltung vor. «Wir halten uns aber für alle Fälle bereit», sagt Mediensprecher Michael Fichter.

Denn das Verbrennen von Bibeln und Koranen verstösst gegen den Artikel 261 im Strafgesetzbuch – die Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit. «Das gefährdet die öffentliche Sicherheit und wird von uns nicht toleriert», so Fichter. Falls die Gruppe ihre Ankündigung wahr mache, werde man darum gegen sie vorgehen. Welche Massnahmen die Kantonspolizei dabei ergreift, will Fichter aus taktischen Gründen nicht preisgeben.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Titus Leo Panakal wegen Protestaktionen ins Visier der Polizei gerät. Bereits 2007 wurde er bei einer Protestaktion auf dem St. Petersplatz im Vatikan deswegen verhaftet. Doch das beeindruckt Panakal offenbar nicht. Sogar sein Leben würde er geben für den Kampf gegen die «schlimmen Geschichten, die Kindern Albträume oder Schlimmeres bescheren», sagte er gegenüber 20 Minuten.

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