Aktualisiert 18.09.2018 09:22

Moon Jae-in bei Kim Jong-unKorea-Gipfel beginnt mit herzlicher Umarmung

Die Erwartungen an den dritten Gipfel der beiden koreanischen Führer sind gross.

von
chk
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Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in (links) und das nordkoreanische Staatsoberhaupt Kim Jong-un gemeinsam im Auto. (Pyongyang Press Corps Pool via AP)

Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in (links) und das nordkoreanische Staatsoberhaupt Kim Jong-un gemeinsam im Auto. (Pyongyang Press Corps Pool via AP)

Am Korea-Gipfel in Pyongyang  werden sie eifrig gefeiert. (Photo by Pyeongyang Press Corps/Getty Images)

Am Korea-Gipfel in Pyongyang werden sie eifrig gefeiert. (Photo by Pyeongyang Press Corps/Getty Images)

Getty Images/Pool
Die Bürger von Nordkorea wedeln mit Blumen-Bouquets und Flaggen.

Die Bürger von Nordkorea wedeln mit Blumen-Bouquets und Flaggen.

AFP/-

Erstmals seit elf Jahren besucht wieder ein südkoreanischer Präsident Nordkorea. Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in will bei seinem dritten Gipfel mit Machthaber Kim Jong-un die festgefahrenen Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea im Atomstreit wiederbeleben.

Kim Jong-un und seine Frau empfingen Moon Jae-in und seine Gattin persönlich am Flugzeug, als beide die Rolltreppe herabstiegen. Hunderte von Nordkoreanern – ausgestattet mit Plastikblumen, nordkoreanischen Nationalfahnen und Wiedervereinigungsflaggen – bejubelten die Begegnung am Flughafen, während eine Militärkapelle schmissige Marschmusik spielte.

Im Mittelpunkt des dreitägigen Gipfels stehen der Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms sowie eine dauerhafte Friedenslösung zwischen beiden Seiten, die sich seit dem Ende des Korea-Krieges 1953 völkerrechtlich noch im Kriegszustand befinden.

Er hoffe, dass sein Besuch zu einer Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Nordkorea und den USA führen könne, zitierte ein Sprecher der südkoreanischen Regierung den Präsidenten Moon Jae-in.

Gespräche zwischen den USA und Nordkorea stocken

Kim hatte bei seinen Treffen mit Moon im April im Grenzort Panmunjom sowie anschliessend mit US-Präsident Donald Trump im Juni in Singapur seine grundsätzliche Bereitschaft zur «Denuklearisierung» erklärt.

Doch gab es bisher keine konkreten Zusagen, wie und bis wann abgerüstet werden soll. Ein Erfolg des Gipfels könnte möglicherweise auch den Weg für ein zweites Treffen zwischen Trump und Kim ebnen.

Die Gespräche zwischen den USA und Nordkorea stocken aber. Im August sagte Trump eine geplante Reise von US-Aussenminister Mike Pompeo nach Pyongyang ab, weil es aus seiner Sicht nicht genug Fortschritte gegeben habe.

Vor dem Gipfel in Pyongyang telefonierte Südkoreas Aussenministerin Kang Kyung-wha noch mit Pompeo. Beide Seiten hätten bekräftigt, wie wichtig es sei, den Druck aufrechtzuerhalten, bis das gemeinsame Ziel «einer endgültigen, komplett nachweisbaren Denuklearisierung» erreicht sei, sagte eine US-Sprecherin.

Herzliche Umarmung

Ob Kim persönlich am Flughafen erscheinen würde, war bis zuletzt offen geblieben. Beide Führer umarmten sich bei der Begrüssung herzlich.

Nordkorea hatte nur wenige ausgesuchte Journalisten zugelassen, doch war die Ankunft von Moon in dem abgeschotteten stalinistischen Land im Fernsehen in Südkorea zu verfolgen. Es ist nach südkoreanischen Angaben die erste Live-Übertragung eines Gipfels in Pyongyang in der Geschichte beider Koreas.

Spannungen wegen Sanktionen

Der Gipfel findet vor dem Hintergrund von Spannungen zwischen den USA und Russland über die Umsetzung der Sanktionen gegen Nordkorea wegen dessen Atom- und Raketenprogramms statt.

Die USA beschuldigen Russland, die Uno-Sanktionen zu umgehen. Russland habe die Weltgemeinschaft «betrogen, und nun sind sie erwischt worden», sagte die amerikanische Uno-Botschafterin Nikki Haley am Montag. (chk/sda)

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